PARTUSISTEN

Hemmung vorzeitiger Wehentätigkeit von der 20. Schwangerschaftswoche bis zum Beginn der 37. Schwangerschaftswoche oder bis zur Lungenreife des Feten, solange eine konkrete Gefährdung der Schwangerschaft (z. B. basierend auf dem Zervixbefund) vorliegt und eine Beseitigung der Ursache für die Auslösung vorzeitiger Wehen nicht möglich ist.
Zur Uterusrelaxation z. B. bei äußerer Wendung des Feten aus der Beckenendlage.

Nebenwirkungen
Während der Behandlung mit Partusisten kann es — abgesehen von sehr seltenen allergischen (Haut-)Reaktionen — häufig zu Palpitationen und Tremor kommen. Auch Nausea, Vertigo, Kopfschmerzen, Unruhe-, Angst- oder Erregungszustände sind möglich.
Die mütterliche Herzfrequenz steigt an.
Am Beginn der Behandlung fällt die Kaliumkonzentration im Serum vorübergehend ab.
Eine vorübergehende metabolische Azidose bei Mutter (insbesondere beim Bestehen eines Diabetes mellitus) und Kind kann beobachtet werden.
Die Diurese nimmt insbesondere in der Anfangsphase einer Infusionsbehandlung ab.
Außerdem kann die Motilität des oberen Harntraktes herabgesetzt werden, so daß eine schwangerschaftsbedingte Harnstauung verstärkt werden kann. Dies gilt vor allem für die hoch dosierte Therapie mit Partusisten Infusionslösungskonzentrat. Gelegentlich kann es zu einer Hemmung der Darmtätigkeit, darüber hinaus bei intravenöser Infusion selten zu Darmatonie kommen.
Die fetale Herzfrequenz kann gelegentlich ansteigen. Bei Neugeborenen, die im kurzen zeitlichen Abstand nach Beendigung einer Behandlung mit Partusisten Infusionslösungskonzentrat geboren wurden, kann es gelegentlich in den ersten Lebensstunden zu einer vorübergehenden relativen Hypoglykämie bzw. vorübergehenden Sollwertverstellung des Insulin-Glukose-Gleichgewichtes kommen.
Bei intravenöser Infusion von Partusisten Infusionslösungskonzentrat kann es in seltenen Fällen vorwiegend bei gleichzeitiger Flüssigkeitsüberladung und Gabe von Kortikosteroiden zu einem Lungenödem bei der Mutter kommen, das unter Umständen lebensbedrohlich sein kann.

In seltenen Fällen kann/können
– Blutdruckdysregulationen auftreten, insbesondere systolischer Anstieg und diastolischer Abfall;
– eine bestehende Plazentainsuffizienz sich verschlechtern;
– Atemnot, pektanginöse Beschwerden und myokardiale Ischämie auftreten;
– es zu einer psychischen Alteration, Schweißausbruch, Erbrechen und ösophagealem Reflux kommen;
– es zu vorübergehendem Anstieg der Transaminasen und leichter Hyperglykämie kommen.

Bei Gabe hoher Dosen Partusisten Infusionslösungskonzentrat sind vereinzelt Herzrhythmusstörungen wie ventrikuläre Extrasystolen, darüber hinaus EKG-Veränderungen, insbesondere ST-Senkungen und eine T-Abflachung, beobachtet worden. Diese Begleiterscheinungen klingen nach Absetzen der Behandlung rasch ab.
In Einzelfällen wurden Schwäche, Krämpfe und Schmerzen der Muskulatur beobachtet.
In Einzelfällen ist eine Rhabdomyolyse in zeitlicher Koinzidenz mit tokolytischer Behandlung beobachtet worden.
Dies sollte beim Bewerten von Myalgie, Myoglobinurie u. a. beachtet werden.


[aml]

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