Autor Thema: 9 Wochen mit offenem Muttermund im Krankenhaus - mal eine positive Geschichte  (Gelesen 1462 mal)

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Offline Rödi

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  • Meine Schwangerschaft bei schwanger-online
Hallo Ihr Lieben,

ich möchte gern diese Plattform nutzen, um Frauen Mut zu machen, die ähnliches erleben wie ich in der Vergangenheit.


Ich bin Mitte Oktober letzten Jahres schwanger geworden. Zwar nicht ganz geplant, aber wir haben uns beide sofort auf das Baby gefreut. Zu Beginn hatte ich wirklich eine Bilderbuchschwangerschaft. Ich musste mich nicht einmal übergeben, nicht einmal übel war mir. Das einzige womit ich etwas zu kämpfen hatte, war erhöhter Blutdruck.

In Woche 25+0 war er dann so angestiegen, dass mein Mann mit mir ins Klinikum gefahren ist. Dort angekommen, wurde ich ans CTG angeschlossen und der Blutdruck wurde überwacht. Er war zu hoch. Nach dem CTG wurde ein Ultraschall gemacht. Erst von aussen, dann vaginal. Da kam dann der Schock: Gebärmutterhals verkürzt auf 5mm und das Gewebe war sehr weich. Sofort wurde mit einer Antibiotikatherapie begonnen, da die Ärztin eine Bakterieninfektion vermutete. Damit sollte sie Recht behalten. Ein paar Tage später wurden, unter anderem, B-Streptokokken festgestellt.

Von da an durfte ich nicht mehr aufstehen. Ich verbrachte die Nacht im Kreißsaal am CTG und die Lungenreife wurde mir gespritzt. Nacheinander kamen sämtliche Ärzte - Gynäkologen, Anästhesisten und Pädiater - um mir alle Risiken zu erklären. Das Ziel war: noch 48 Std. durchhalten, um die Lungenreife abzuschließen. Das Ziel haben wir erreicht.

In Woche 25+6 wurde der Gebärmutterhals erneut gemessen. Da kam dann die Horrordiagnose: Gebärmutterhals war ganz weg und der Muttermund ca 2cm geöffnet. Von da an redeten die Ärzte nur noch von Stunden. Jede Stunde, die der Kleine länger im Bauch bliebe, wäre super.

Ich war total geschockt. Noch vor einer Woche war die Welt in Ordnung und nun stand ich kurz davor ein extremes Frühchen zu bekommen. Ich blieb brav liegen, hangelte mich von Tag zu Tag und wurde weiter mit Antibiotika behandelt. Die Bakterien waren aber leider äußerst hartnäckig, sodass 3 erfolglose Antibiotikatherapien gemacht wurden, bis man entschied, es sein zu lassen, damit sie nicht komplett resistent werden. Die einzigen Bakterien, die nicht mehr gefunden wurden, waren die B-Streptokokken. Ein kleiner Lichtblick.

Die Wochen gingen also dahin und ich lag brav weiterhin in meinem Krankenhausbett. ab 32+0 durfte ein ein wenig laufen. Vor der neuen Freiheit hatte ich aber ziemlich Angst, doch die Schwestern sagten ich müsse wieder ein bisschen Kraft sammeln. So ein Baby ist ja schließlich anstrengend. Also lief ich brav soviel ich durfte.

Ab 34+0 durfte ich mich wieder ganz normal bewegen, da auch im Normalfall eine Geburt in dieser Woche nicht mehr aufgehalten werde. Also marschierte ich den ganzen Tag fleißiig durch den Park und durchs Krankenhaus. Treppe rauf Treppe runter. Ich dachte, wenn er kommen darf, kann ich ja auch etwas nachhelfen, denn nach über 8 Wochen im Krankenhaus hatte ich gehörig die Nase voll. Es tat sich leider garnichts.

In Woche 35+1 begann ich eine Präeklampsie zu entwickeln. Die Ärzte beschlossen bei 35+3 die Geburt einzuleiten. Abends um 6 ging es runter in den Kreißsaal und ich bekam die erste Tablette zum Einleiten. Leider ging es mir in den nächsten Stunden so schnell so schlecht, dass Ärzte und Hebammen mir empfohlen haben, meinen Kleinen per Kaiserschnitt holen zu lassen. Ich willigte ein. Um 23:41 am selben Abend bekam ich einen etwas leichten, jedoch rundum gesunden kleinen Jungen!!!

Es stellte sich sogar heraus, dass der Kaiserschnitt die richtige Entscheidung war, denn er hatte die Nabelschnur dreimal um den Hals gewickelt! Ich will nicht wissen, was bei einer normalen Entbindung passiert wäre.

Ich hoffe mein Bericht ist nicht zu lang und findet den Weg zu Betroffenen. Als ich im Krankenhaus lag, hätte ich alles getan, um einen solchen positiven Bericht zu lesen. Ich fand nur negative und das machte mir nicht gerade Mut!


 

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