Autor Thema: Unser 3. Sohnemann hatte es eilig.....  (Gelesen 2923 mal)

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Offline KaLoJo

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Unser 3. Sohnemann hatte es eilig.....
« am: 08. Januar 2016, 15:31:31 »
Hier der Geburtsbericht unseres 3. Sohnes.
Nachdem ich 3 Jahre alleinerziehend war mit meinen beiden großen Jungs lernte ich meinen jetzigen Partner kennen. Er hat meine Jungs ins Herz geschlossen als wären sie sein Eigen.
Nur 1 Jahr später kam der Wunsch auf nach einem gemeinsam Kind um uns komplett zu fühlen.
Ich war recht schnell schwanger und die Schwangerschaft war eine ziemliche Belastung für meinen Körper. Erst 4 Monate lang nur am erbrechen , dann folgte ein Umzug und zum Schluss habe ich alle Wehwechen mitgenommen die man nur haben kann. Für mich war und ist klar das es definitiv die letzte Schwangerschaft ist.

Mein ET war der 02.12.2015 und meine großen Jungs kamen immer jeweils 1 Woche vor ET spontan. So bin ich naiv auch diesmal davon ausgegangen und habe mich mit dem Thema über tragen nie beschäftigt. Doch dieser junge Mann wollte auf sich warten lassen. Es kostete mich unheimlich viel kraft und nerven, vor allem durch die täglichen anrufe und Fragen ob sich schon was tut. Ab ET +7 musste ich dann ins kh zu den Kontrollen. Wir vereinbarten an ET +10 es sanft mit einem Cocktail anzustupsen.

Es tat sich nichts und so sind wir an ET +10 morgens nach dem Frühstück ins kh. Meine Mutter hütete derweil bei uns zuhause die Kinder.
Es wurden 30 min ctg geschrieben und dann gab es den Cocktail ( man sagte mir es sei nur minimal rizinus da drin, dafür ordentlich Eisenkraut und mandelmus)
Nun sollten wir 2 Stunden spazieren gehen und dann zum Kontroll ctg . es tat sich nichts. Also sind wir mittags wieder nach Hause und hätten 2 Tage später zur richtigen Einleitung gemusst.

Zuhause angekommen bekam ich Bauch Krämpfe. Ein durchgehendes ziehen was nicht aufhörte. Hab mich dann mit kirschkern Kissen aufs Sofa verkrochen. Dann ging es los. Von 0 auf 100 eine Hammer wehe nach der anderen die ich sofort veratmen musste. Alle 2-3 Minuten. Da war es 14.15 uhr .Ich dachte immer noch das sind Bauch Krämpfe und sicher keine wehen. Denn so schnell kann das doch nicht gehen.
Mein Partner bestand dann doch darauf das wir lieber ins kh fahren sollten. Gesagt getan, die Fahrt war unerträglich und ich fluchte vor mich hin. Mit einigen Wehenpausen kamen wir um 15 Uhr im Kreißsaal an. Wir durften gleich durch gehen in den großen Kreißsaal, man sah  mir wohl an das ich es nicht mehr lange durch halte.
Nun stand ich da, hielt mich an der geburtswanne fest und die Hebamme schloss mich ans ctg an. Sie ging und ich sollte rufen wenn ich sie brauche. Ich veratmete 2-3 wehen und dann machte es knack. Die Fruchtblase war hinüber und es lief und lief unter meiner Jeans die Beine runter. Mein Freund holte die Hebamme und ich entschuldigte mich für die sauerei. Die Hebamme lachte nur und meinte  mach die keinen Kopf dafür ist das hier ein Kreißsaal. Da war es 15.20 Uhr. Sie half mir aus meiner Kleidung und ich legte mich hin. Untersuchung ergab mumu 8cm offen.

Sie fragte ob ich wünsche habe. Ich wollte dieses mal doch so gern eine wannen Geburt. Aber dafür wäre wohl nicht mehr genug Zeit. Die Hebamme lächelte und sagte wir versuchen es. Also Wasser Marsch.
Ich veratmete und tönte noch so 20 Minuten im Bett eine wehe nach der anderen. Dann war die Wanne auch schon voll und ich kletterte hinein. Den press drang habe ich auf dem weg dort hinein brav unterdrückt.
Es tat so unheimlich gut in dem warmen Wasser. Mein Freund half mir noch aus t shirt und BH. Ich merkte diesen Wahnsinns Druck und spürte jeden cm wie unser Engel näher zu uns kam. Ich brauchte kaum pressen, er kam ganz sanft ganz von allein. Nun schwamm er da im Wasser und ich habe ihn mir hoch genommen. Ein wunderschönes Gefühl. ......


Fortsetzung folgt......






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Offline KaLoJo

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Antw:Unser 3. Sohnemann hatte es eilig.....
« Antwort #1 am: 08. Januar 2016, 15:32:36 »
Nachdem wir ins Bett umgezogen sind hat man uns direkt in Ruhe gelassen und wir haben ausgiebig gekuschelt und uns beschnuppert. Bis dahin hatten wir eine ambulante Geburt geplant und wollten direkt nach Hause.
Doch leider kam dann der nicht so schöne teil:


Ungefähr 1,5 Stunden später ging es mir plötzlich nicht gut. Mir wurde schwarz vor den Augen und ich sagte meinem Freund noch er solle bitte die Hebamme holen und drückte ihm unser Kind in die Arme. Die Geräusche gingen immer weiter weg und dann weiß ich nichts mehr. Als ich wieder etwas zu mir kam standen mehrere Leute um mich rum, 2 ärzte drückten massiv auf meinen Bauch rum. Einer spritzte mir was und mein Freund stand panisch mit unserem Sohn daneben und schaute alles mit an. Bei jedem drücken auf den Bauch blutete es massiv aus mir....
Man erklärte mir das ich wohl eine uterus atonie hätte, die Gebärmutter sich nicht richtig zusammen zog und ich daher so stark blutete. Ich bekam Oxytocin gespritzt um das zusammen ziehen zu fördern. Es wurde auch etwas weniger, dafür die Nachwehen aber heftiger.
Ich erholte mich etwas und alle 20 Minuten kam eine Ärztin um zu kontrollieren wie stark ich noch blutete.
Dann musste ich Wasser lassen und die Hebamme brachte einen WC Stuhl. Ich krabbelte vom Bett auf den Stuhl und dann bin ich wieder kollabiert.
Als ich das nächste mal zu mir kam erklärte man mir das ich definitiv nicht nach Hause kann und wenn es nach dem nächsten Oxytocin Tropf nicht besser wird müsste ich in den op für eine Ausschabung. Ich fing an zu weinen, hatte panische Angst vor einer op.
Die Ärztin untersuchte mich dann noch vaginal was nach einer Geburt höllisch weh getan....wieder weinte ich und mir war das alles zu viel in dem Moment. Als es dann noch hieß es wäre kein Familien Zimmer mehr frei und ich soll ohne mein Schatz im kh bleiben war ich völlig down.

Zum Glück bekam man die Blutung in den griff und ich wurde von einer op verschont. Mittlerweile war es 23.30 Uhr und man brachte mich auf ein Zimmer. Da lag ich nun mit dem kleinen im arm und mein Schatz fuhr nach Hause.
Dann kam wieder der drang auf Toilette zu müssen und ich klingelte nach der Nacht Schwester. Wir gingen langsam zusammen aufs WC , mein Kreislauf war noch völlig im Keller.
Das zweite mal in der Nacht nochmal mit Begleitung der Schwester. Danach habe ich mich allein getraut .
Morgens kam eine Schwester und meinte mein HB wert (Eisen) sei von 13 auf 6,5 gesunken durch den hohen Blut Verlust. Ich solle bitte nicht allein aufstehen bevor ich wieder kollabiere und man würde mir Frühstück bringen.
Dann kam ewig niemand mehr und ich hatte Hunger und wollte Kaffee. Also habe ich mir gedacht ich versuche zum buffet zu gehen und wenn ich das schaffe , schaffen ich es auch nach Hause. Denn im kh bleiben war für mich eine qual.
Das buffet war am anderen Ende der Station aber ich habe es mit sitzpause geschafft.
Mein Freund kam um 9.30 Uhr , wir zogen Mats an und ab nach Hause. Der weg zum auto war ziemlich wackelig aber ich habe es geschafft.

Endlich zuhause...... Endlich Ruhe...... Ankommen.....
 :)


Mein Eisen wert ist immer noch niedrig und ich bin immer noch recht schwach aber es wird jede Woche besser.
Eine wunderschöne Geburt.... Leider mit Komplikationen danach. Aber ich merke das darüber reden gut tut um es zu verarbeiten.

Danke fürs lesen....






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Offline Rina1976

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Antw:Unser 3. Sohnemann hatte es eilig.....
« Antwort #2 am: 08. Januar 2016, 16:29:25 »
Was für eine schöne Geburt. Ich habe richtig Gänsehaut bekommen.

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin gute Genesung.
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*6.SSW Juni 2015

Offline ju.ra.

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Antw:Unser 3. Sohnemann hatte es eilig.....
« Antwort #3 am: 09. Januar 2016, 14:11:02 »
Eine wunderschöne Geburt aber das hinterher hätte wirklich nicht sein müssen. Das tut mri sehr leid.

Ich finde es ganz schön mutig das du dennoch so früh heim gegangen bist. Klar KH ist immer ätzend aber das wäre mir zu gefährlich gewesen.

Wie schön das dennoch alles gut ist und hoffentlich erholt sich dein Eisenwert schnell wieder so das es dir wieder richtig gut geht.

Herzlich willkommen kleiner Mats und ganz viel Freude mit deinen 2 großen Brüdern  :)

 

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