Autor Thema: Wehencocktail-Party  (Gelesen 1304 mal)

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Offline Kati

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Wehencocktail-Party
« am: 25. Oktober 2016, 09:47:51 »
Unser ET war der 30.08. Ich übertrug jetzt schon Tage, obwohl ich mir die ganze SS lang sicher war, dass unser Kind früher kommen würde.
Bei 41 + 0 war noch keine Wehe in Sicht, dafür war der Blutdruck zu hoch. 180/140… 177/130…. Wir maßen mehrmals, es half nichts. Schon Wochen vorher war er immer mal in die Höhe geschnellt, teilweise auf 204/155, ein paar Minuten später war er dann aber wieder normal. Diesmal sank leider nicht mehr. Die Ärztin wurde gerufen, die mir mitteilte, dass heute noch eingeleitet werden muss. ansonsten bestünde die Gefahr eines Schlaganfalls u.ä.

Ich fuhr nach Hause, holte meine Tasche und fuhr dann zurück in die Klinik. Nach dem CTG wurde ich mit einer anderen Patientin zusammen auf Station gelegt, die ebenfalls eingeleitet werden musste. Um 16 Uhr erhielten wir unseren Cocktail und stießen zusammen an. Es war eine nette Einleitungsparty. Gegen 21 Uhr gingen wir schlafen.  :D

Um 22 Uhr (genau 6 Stunden nach dem Cocktail) bekam ich Durchfall. Dann sofort Wehen. Die waren aber noch gut aushaltbar, dass ich erst einmal wieder ins Bett stieg. Ich betätigte zwar immer meine Wehen-App und hatte alle 2,5 Minuten Wehen, aber ich konnte sie gut veratmen, so dachte ich, verbringe ich die Zeit lieber im Bett anstatt im Kreissaal. Um kurz vor 5 Uhr morgens knallte es in mir und da wusste ich, es wird ernst. Schnell eine Binde wg. des auslaufendes Fruchtwassers geschnappt und in den Kreissaal geschlurft. Die Wehen wurden jetzt stärker aber noch gut auszuhalten.
Im Kreissaal ertastete die Hebamme, dass ich bislang schon 2 cm Mumu geschafft hatte. Da war ich noch zuversichtlich, dass der Rest schnell gehen würde. :-[
Ich kam gleich ans CTG, die Wehen wurden nun echt fies – Rückenwehen!  :'(Ich hatte zwar schon davon gehört, aber ehrlich – solche Schmerzen hatte ich in meinem Leben noch nie! Ähnlich wie bei einer Nierenkolik bei Nierensteinen, nur noch viel schlimmer.
Ich war so mit mir und den Schmerzen beschäftigt, dass ich gar nicht daran dachte, meinen Mann anzurufen, der ja noch zu Hause schlummerte…Die Hebamme fragte um 6 Uhr, ob ich ihn noch mal langsam anrufen wolle. Ups. Er kam nach dem Anruf natürlich sofort.  :D
Gegen Mittag schlummerte ich zwischen den Wehen richtig weg. Die Schmerzen waren so stark und ich war so unfassbar müde, dass ich einfach nach der Welle wegdämmerte.
Nach weiteren Stunden wollte ich dann doch etwas gegen die Schmerzen. Denn je müder ich wurde, desto schlimmer fühlten sich die Wehen an.

Ich probierte Lachgas – half nix, ich fühlte mich nicht besser, lallte nur.
Ich bekam nen Krampflöser – half überhaupt nichts.
Ich kam irgendwann am frühen Nachmittag einen Schmerzmittel-Tropf – wieder nichts - es half alles nichts. Man bot mir eine pda an – die wollte ich aber nicht. Das hatte ich mit mir selber vorher schon verabredet, dabei blieb es. Tja, Pech gehabt, dann eben ohne alles.

Der Muttermund öffnete sich zwar immer weiter aber es dauerte halt.. Irgendwann kippten die Herztöne bei jeder Wehe. Mein Baby hatte Stress. Ab dem Zeitpunkt war die Hebammenleitung bei mir und ging auch nicht mehr weg.
Es sollte eine Untersuchung des Blutes meines Baby folgen. Man wollte ihr Blut aus dem Kopf nehmen. Die Ärztin stocherte in mir rum und fand die richtige Stelle nicht. Ich hatte ja immer wieder Wehen und hing da in diesem Gyn-Gestell – herrlich… :-\
Die Oberärztin wurde schließlich gerufen, sie sollte ihr Glück versuchen. Offenbar schob sich mein Mumu irgendwie davon, ich erinnere mich nicht an die Fachsimpeleien, jedenfalls gelang es der Oberärztin auch nicht.
Eine Kaiserschnitt wollten sie aber auch noch nicht machen, also gingen sie erst einmal wieder. ich musste leider weiterhin permanent am CTG bleiben. Schrecklich nervig, weil ich Laufen wollte, im Liegen waren die Schmerzen unerträglich… :-X
Gegen nachmittag beschloss die Ärztin aufgrund der nicht besser werdenden CTG´s, dass das Baby jetzt kommen muss (ich schätze wir waren nachmittags bei 8 cm) Darum holten sie den Wehentropf hervor. Ich erinnere mich noch, wie ich das erste Mal an diesem Tag Angst bekam. Über den Tropf hört man ja ständig, dass die Wehen noch schlimmer sind. Das war das letzte, was ich wollte! :o
Leider stimmten die Gerüchte - auf einmal kam eine Wehe nach der anderen, ohne Pause, ich stand vorn über gebeugt und es schüttelte mich regelrecht.
Als die letzten 2 cm geschafft waren setze ich mich auf den Geburtshocker, der an dem Bett befestigt war und durfte pressen. Weder mein Mann noch ich haben eine Ahnung, wie lange diese Phase dauerte. Es brannte wie Feuer und ich sollte immer weiter pressen. Ich wusste aber, wenn ich das tue, reiße ich (das konnte ich spüren). Die Ärztin und Hebamme sagten beide immer wieder, ich soll „über den Punkt gehen“ – ja, leicht gesagt, wenn es nicht der eigene Damm ist.  ???
Ein paar Presswehen später war mir alles egal. Also presste ich noch einmal in den Schmerz hinein und dann kam der Kopf. Der Rest kam, tat aber nicht mehr weh oder ich erinnere mich nicht. Sie legten die Kleine vor meine Füße und ich durfte sie hochnehmen. Ein kleines lila Wesen schrie entsetzt in die Welt – ab dem Zeitpunkt war ich hellwach, die Müdigkeit war schlagartig weg und kam auch die nächsten Tage nicht wieder. 

Anna-Lena kam am 07.09. um 18:32 Uhr putzmunter zur Welt. :-*

Während ich am Damm genäht wurde und die Schürfwunden versorgt wurden, konnte sie mit Papa bonden. Wir hatten noch gut 1,5 Stunden im Kreissaal Zeit uns kennen zu lernen und zu stillen. Sie ist unser größtes Glück, für sie würde ich das alles noch einmal machen.  s-hug
« Letzte Änderung: 27. Oktober 2016, 09:21:54 von Kati »


Nach 6 Jahren Kinderwunsch:
Hashimoto und Adenomyosis, Mann OAT II
10/2014 1. ICSI negativ
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12/2015 2. ICSI positiv :-)
07.01.2016: Herzchen schlägt (6+2)
ET: 30.08.2016
07.09.2016: Unser Wunder ist da!

 

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