Autor Thema: Felix der es zu eilig hatte....  (Gelesen 4660 mal)

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Offline SteNe

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Felix der es zu eilig hatte....
« am: 22. Mai 2012, 19:11:28 »
Geburtstermin war der 10.05.2012
Die Schwangerschaft war von Anfang an nicht leicht und ich hatte von Anfang an das Gefühl das unser Baby früher auf die Welt kommt......konnte ja keiner ahnen das es so kommt....

Zur Vorgeschichte:
Wie gesagt, die Schwangerschaft war nicht soooo schön und alles fing mit der bekannten Übelkeit an, darauf folgte ein Bänderriss und danach ein verhakter Wirbel. Die grösste Katastrophe  dann am 7.01.2012, da wurde eine tiefe Beinvenen/Beckenthrombose festgestellt. Krankenhausaufenthalt inkl. Intensiv Station wegen Verdacht auf Lungenembolie, Verlegung in einer Nacht und Nebelaktion mit RTW und Notarzt (Blaulicht) in die Uniklinik und dort wieder Intensiv Station. Mit der Aussage das unser Baby evtl. es nicht schaffen könnte, das sie nicht wissen was ist wenn sich ein Thrombus löst, dann würde unser Baby sterben und ich würde es vielleicht auch nicht überleben...(einfach nur ein Alptraum)
Alles ist Gott sei Dank gut gegangen und ich muß Thrombosestrümpfe tragen und täglich Heparin Spritzen.
Von da an (mitte Januar) ständige Angst das sich etwas löst, das mit unserem Felix etwas nicht stimmen könnte etc. Die Schwangerschaft konnte ich einfach nicht mehr geniessen, die Angst war doch zu gross und ich habe immer gehofft, dass die Zeit schnell vorrüber geht und wir beide da gesund aus der Nummer rauskommen....

Mitte März hatte ich (wie in meiner ersten Schwangerschaft auch) das Gefühl, ich hab einen ziemlichen Druck nach unten und ein stechen im Muttermund. Hab das direkt beim Frauenarzt angesprochen und der hat zum Glück gleich reagiert und mir einen Cerclage Pessar (Silikonring) eingesetzt. Das war am 12.03.2012

So, und nun zur Geburt:

Es war der 27.03.2012, meine Grosse hatte Spielbesuch und ich war schon den ganzen Tag irgendwie total platt und hatte das Gefühl 10Kg drücken nach unten. Und ich hatte Steißbeinschmerzen. Spielbesuch wurde abgeholt, alles lief seinen gewohnten Gang am Abend. Mein Mann und ich sind dann ins Bett gegangen und ich hatte aufeinmal Schmerzen. Dachte mir noch, komisch das wenn es Steißbeinschmerzen sind, das die nicht durchgehend sind  ::)
Also kamen die Schmerzen und gingen, und irgendwann kam ich mal auf die Idee auf die Uhr zu gucken ob diese Schmerzen "regelmäßig" kommen. Und siehe da: Abstand von 6 Minuten  :o Hab meinen Mann geweckt und wir haben erstmal meine Mutter angerufen, die haben wir nicht erreicht, und dann haben wir meinen Bruder erreicht, der kam dann und hat die Grosse betreut (die ja geschlafen hat) und wir sind schnell ins KKH gefahren. Ich dachte zu dem Zeitpunkt, das ich Wehenhemmer bekomme und liegen muss, denn ich musste die Wehen schon richtig veratmen  :o

Im KKH angekommen, wurde erstmal ein CTG geschrieben = KEINE Wehe drauf, ich aber immer noch am veratmen. Mein Mann meinte immer aus Spass: "Du kleine Simulantin"  ;D Die Hebamme meinte dann direkt, wer schon mal ein Kind gekriegt hat, der WEISS wie sich eine Wehe anfühlt  ;D
Dann hat sie mich untersucht und der Muttermund fing an sich zu öffnen und sie meinte dann: "Da macht sich heute Nacht jemand auf dem Weg"
Ich hab gedacht ich werd Ohnmächtig, das kann doch nicht sein, ich bin doch erst bei 33+6, woraufhin sie meinte: Ab 34+0 wird kein Baby mehr aufgehalten, denn meistens sind die Babys ausserhalb des Bauches besser aufgehoben als wie im Bauch.

Mir wurde dann von der Ärztin unter Wehen der Silikonring entfernt, was mega schmerzhaft war, denn sie hat den erst nicht rausbekommen!!!! Danach wollte sie mich noch untersuchen und ich hab sie nur angegiftet sie soll mich nicht anfassen, mein Mann war ganz erschrocken, denn das kennt er nicht von mir  ::)

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Offline SteNe

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Antw:Felix der es zu eilig hatte....
« Antwort #1 am: 22. Mai 2012, 19:25:37 »
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Ich hab dann direkt noch die Lungenreife bekommen (was allerdings zu spät war) und wir sind in den Kreissaal gezogen. Haben es uns dort gemütlich gemacht.
Ich war immer noch sprachlos und konnte nicht glauben was da passiert!
ICH WAR TOTAL ÜBERFORDERT!!! und alles ging so schnell, ich konnte mich überhaupt nicht vorbereiten. Dazu kam, das ich die ganzen "Voruntersuchung" wegen Thrombose noch vor mir hatte. Es war noch nicht mal sicher, ob ich spontan entbinden darf wegen der Beckenthrombose. Das konnte man nun auch nicht mehr untersuchen und hat es drauf ankommen lassen. Ich hatte riesige Angst, das sich etwas löst und hab die ersten Presswehen in den Kopf gepresst  :'( ich hatte solche Angst das mein Kind und ich dabei draufgehen  :'( :'(
Es blieb mir ja nichts weiter übrig als dann richtig zu pressen und das tat ich dann auch. Leider war meine Dammnaht von der ersten Geburt so stramm, bzw. das Narbengewebe so fest, das es überhaupt nicht nachgegeben hat unter der Geburt und somit bin ich gerissen. Ein kleiner Riss am Damm, ein Scheidenanriss, und das schlimmste ein Klitorisanriss  :'( Das hat sooo weh getan, ich hab gedacht ich fall um vor Schmerzen. Mein Mann war den Tränen so nah, weil ich so geschrien habe vor Schmerzen  :'(
Und dann haben wir es geschafft, unser kleiner Felix hat das Licht der Welt erblickt und lag auf meinen Bauch, wir waren so erleichtert das er so "gross und dick" war für ein Frühchen. Er wurde dann aber sofort mitgenommen auf die Intensivstation.
Kurz danach kam er dann im Brutkasten kurz zurück in den Kreissaal.

Mein Mutterkuchen hat sich nicht gelöst und die haben ALLES probiert inkl. an der Nabelschnur ziehen und Blasenkatheter legen etc.
Ich war fix und fertig, ich wollt nur noch das man mich in Ruhe lässt und nicht mehr anfasst. Ich hab dann immer zu meinen Mann gesagt, die sollen mich unter Narkose setzen und operieren (war bei meiner ersten Geburt genauso, da wurde ich auch operiert) und schlussendlich haben sie es dann auch gemacht, nachdem die Hebamme etwas "nervös" wurde. Im handumdrehen wurde aus dem Kreissaal ein OP und ich wurde schlafen gelegt.

Tja, und hier die Daten von unserem kleinen "grossen" Mann
Felix
28.03.2012
7.38 Uhr
46cm
2678g
32 KU

Er musste 3 Tage auf der Intensivstation bleiben und danach noch 16 Tage auf der Frühgeborenen Überwachungsstation. Diese Zeit war für mich der blanke Horror, da ich als Mutter nach 1 Woche entlassen wurde und mein Kind dort lassen musste. Ich habe noch nie im Leben soooviel geweint wie in der Zeit und ich darf da garnicht drüber nachdenken, dann kommen mir sofort die Tränen...

Aber am 16.04.2012 war es dann endlich soweit und wir durften unseren Felix eeeendlich mit nach Hause nehmen!!!!!

Ich bin unendlich DANKBAR 2 gesunde Kinder zu haben und das bei der Geburt alles gut gegangen ist, mein Mann und ich haben beschlossen das wir mit der Kinderplanung durch sind. Wir haben das Schicksal herausgefordert und sind als Gewinner da rausgegangen....aber nochmal fordern wir es nicht heraus!


Offline kiwimom

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Antw:Felix der es zu eilig hatte....
« Antwort #2 am: 23. Mai 2012, 09:22:10 »
Ein schöner Bericht und ich bin der gleichen Meinung wie du: man sollte das Schicksal nicht zu oft herausfordern. Kinder sind kleine Wunder, gesunde Kinder ein noch größeres und wenn einem die Natur/das Schicksal oder wer auch immer solche Steine in den Weg liegt sollte man nehmen was man hat , sich dankend verbeugen und die Bühne verlassen.

Ich wünsche euch alles Gute. Deine Angst kann ich gut verstehen, und deine Entscheidung auch. Zwei gesunde Kinder sind ein Geschenk.
Geniesst das Leben!

Offline Kräuterhexe

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Antw:Felix der es zu eilig hatte....
« Antwort #3 am: 23. Mai 2012, 11:31:33 »
Liebe SteNe,

ein wundervoller Bericht. So emotional, als wäre ich selbst dabei gewesen.
Ich konnte deine Ängste quasi spüren.

Wir sind wirklich alle super froh, dass bei euch alles gut gegangen ist und ihr euren Felix gesund und munter mit nach Hause nehmen durftet.

Und mehr noch: Er ist ein wunderhübsches Kerlchen! Den habt ihr wirklich toll hinbekommen.

Wir wünschen euch eine gaaaaaaaaanz tolle Zeit und viel Spaß mit euren Kindern!

 :-*

Offline Malou

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Antw:Felix der es zu eilig hatte....
« Antwort #4 am: 25. Mai 2012, 10:55:15 »
Liebe SteNe

Da hast du wirklich viel durchgemacht und ganz WIRKLICH stolz auf dich sein. Wie schön, dass alles gut gegangen ist. Ich verstehe gut, dass du noch immer dran zu knabbern hast und ich wünsche dir einfach, dass du das ganze Erlebnis bald unter die Füße bekommst.

Eine supersüße Entschädigung hast du ja bekommen :)

Danke fürs teilen!

 

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