Autor Thema: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her  (Gelesen 3992 mal)

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Offline ItsieBitsy

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Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« am: 20. Juli 2008, 12:49:55 »
Hallo Ihr Lieben,

die Geburt von Yana ist nun schon 1 Jahr her und wo ich hier gerade so schöne Geburtsberichte gelesen habe... wollte ich Euch doch auch an meinem wundervollen Geburtserlebnis teilhaben lassen.

17./18. Juli 2007  
  
Boah, war das anstrengend! Also eins sag’ ich Euch, nochmal möchte ich das nicht durchmachen…  
  
Alles fing damit an, dass ich auf einmal merkte, wie Mami unruhig wurde. Eigentlich ging das schon den ganzen Tag so und somit hielt ich ganz still. Also ich merkte schon, dass irgendetwas anders war als sonst. Mama ließ sich gar nicht wirklich beruhigen.  
Abends wurde es mit der Unruhe schlimmer, ich fühlte wie Mama immer nervöser wurde und wie sie versuchte sich abzulenken. Scheinbar gingen ihr die guten Ideen aus, denn nichts half wirklich. An Schlaf war für Mami so gar nicht zu denken. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie das ist von einer Seite zur anderen geschaukelt zu werden? Nicht das ich das nicht irgendwie schon gewohnt gewesen wäre, aber das war diesmal ganz anders! Gar nicht so schön entspannend wie sonst.  
  
2 Uhr Nachts entschied sich meine Mami dann mit Papa in die Klinik zu gehen – sie fand sowieso keine Ruhe und dann merkte ich auch, dass sie sich Sorgen um mich machte. Alles, was ich dabei tat, war still zu halten und ein wenig runter zu rutschen. Mittlerweile war es ja auch so was von eng in meiner Wohnung und ehrlich gesagt, dachte ich schon eine Weile daran ein paar Tage früher auszuziehen.  
  
Naja, wie dem auch sei… Papa und Mama gingen in die Klinik – ja wirklich, sie gingen zu Fuß!  
Dabei wurde Mami etwas ruhiger und erst recht, als eine Frau – Hebamme wird die genannt – sie untersuchte. Menno, die schon meinen Kopf voll von der Tür weg. Als ob ich ihr das erlaubt hätte! Auf jeden Fall verkündete die Frau – Susanne war ihr Name – dass mein Kopf „schwer abschiebbar“ sei und meine Tür 1-2cm geöffnet. Also Kopf schwer abschiebbar… ja was glaubt sie denn? Das ich mich so einfach wegdrängeln lasse? Tz – nie nicht. Hehe, ich war eben schon immer ein kleiner Dickkopf.  
Aber ha! Meine Tür öffnete sich also langsam, das bedeutete wohl, dass das klemmende Schloss sich doch früher von mir knacken ließ, als alle dachten.  
Zumindest sollten Mami und Papi in der Klinik bleiben und bekamen ein richtig hübsches und gemütliches Zimmer. Dort kamen beide dann ein wenig zur Ruhe, Mami bekam von Susanne noch zwei Pillen – Globuli oder so. Die sollte sie nehmen, damit sollte meine Tür sich dann leichter öffnen – so eine Art Ölung also – hihi.  
Papa schlief recht schnell ein und auch Mama konnte tatsächlich ein wenig entspannen und schlief drei Stunden. Das war toll, so konnte ich mich ein wenig erholen und Kraft tanken, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich diese bald brauchen würde.  
  
Morgens so gegen 7 Uhr kam eine andere Hebamme, meine Eltern waren da aber schon wach. Die andere Hebamme, ihr Name ist übrigens Thora, legte erstmal das doofe CTG an. Mensch, ich hasse dieses Dingen so sehr, das könnt Ihr Euch kaum vorstellen. Auf jeden Fall hab ich erstmal dagegen geboxt, da haben Mami und Papi sich erstmal gefreut, als sie das hörten. „Mein Mädchen!“, hat Papa ganz stolz gesagt. Nach einer halben Stunde CTG, untersuchte Thora meine Tür mal, denn irgendwie war sie gar nicht zufrieden mit dem CTG, da keine wirkliche Wehe darauf zu sehen war. Mami hatte eh das Gefühl, dass sie wieder nach Hause gehen könnte, da sie viel ruhiger war als noch in der Nacht. Aber neeee – meine Tür war doch tatsächlich weiter aufgegangen. Nun war der Spalt bereits bei 5cm! Wow! Könnt Ihr mal sehen, ich hab nämlich heimlich ein bisschen weiter an dem Schloss rumgewerkelt und die Globuli von Susanne haben wohl auch geholfen.  
Thora war ganz erstaunt und konnte kaum glauben, dass Mami davon so gar nichts mitbekommen hat. „Du hast keine Wehen? Dir tut nichts weh?“, fragte sie ganz ungläubig. Hallooo? Als ob ich meiner Mami weh tun würde. Tz! Aber Mama und Papa waren selbst auch ganz erstaunt und freuten sich total. „Da bekommen wir wohl heute ein schönes Baby!“, sagte die Hebamme freudig. Hah – ich durfte ausziehen! Okay, der Mietvertrag lief erst in 11 Tagen aus, aber ich wusste auch, dass meine Eltern nicht böse sein würden, wenn ich früher auszog.  
Also… ich machte mich daran mich noch ein wenig hübsch zu machen, immerhin wollte ich nicht all zu zerknautscht und so ankommen.  
Mami und Papi gingen erstmal frühstücken und spazierten dann in der Klinik auf und ab, zwischendurch war Papa dann aber kurz zu Hause, um nach dem Hund zu sehen und sich umzuziehen. Hihi – er wollte wohl auch hübsch aussehen, wenn ich ankam.
So gegen 10 Uhr untersuchte Thora noch mal meine Tür und war sehr erstaunt, dass sich meine Tür weitere zwei Zentimeter geöffnet hatte. Es ging vorwärts! Ich freute mich schon sehr darauf meine Eltern endlich zu sehen und gleichzeitig war ich auch sehr nervös und ein wenig Angst hatte ich auch, wenn ich ehrlich bin. Aber ein Zurück gab es für mich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Dann wurde noch mal dieses doofe CTG angelegt und wieder war das Erstaunen groß, als man sah, dass Mami immer noch keine Wehen hatte.  
  
Gegen Mittag war meine Tür bis auf einen „Saum“ komplett geöffnet, alle waren wirklich total überrascht, zumal Mami immer noch keine Schmerzen hatte und keine Wehen in Sicht waren.  
Es wurde nach dem Mittagessen dann beratschlagt, wie weiter vorgegangen werden sollte. Alle entschieden sich dafür, dass ein Tropf angelegt wurde. Da war eine Flüssigkeit drin, die die Wehen vorantreiben sollten. Also – das war schon seltsam, auf einmal schienen die da draußen mich drängeln zu wollen. Aber hey – so schnell geht das nun mal nicht! Würdet Ihr Eure Eltern kennen lernen wollen, wenn Ihr noch gar nicht hübsch zurecht gemacht seid? Aber ich gebe gerne zu, dass ich selbst total neugierig war und es kaum noch erwarten konnte. Nur irgendwas war noch im Weg, ich konnte zwar schon durch die offene Tür luschern, aber da war etwas, was die Sicht ganz schwammig machte und trübte. Ich sag Euch, das war so zäh, ich kam da einfach nicht durch! Mama und Papa gingen weiter spazieren, über das ganze Klinikgelände und zwar hin und her und noch mal her und hin. So groß war das Gelände ja leider nicht. Zwischendurch saßen sie mit Thora zusammen und unterhielten sich. Ab und an mal merkte Mama nun ein Ziehen, was doch recht unangenehm für sie war, aber noch nicht wirklich schmerzhaft. Es war gut auszuhalten, auch für mich, aber… hey es wurde wirklich ungemütlich in meiner Wohnung und dieses zähe doofe Ding vor meiner offenen Tür nervte mich auch! Warum ging das denn nicht weg? Da konnte ich gegen boxen und tun und machen, was ich wollte. So langsam verging mir auch der Spaß daran, das kann ich Euch flüstern. Ich bin zwar stur, aber da war selbst für mich langsam der Punkt erreicht, wo ich keine Lust mehr hatte. Ja wohl!  
  
Am Nachmittag dann, es war so kurz nach 16 Uhr, entschied Thora sich dafür, mir nun doch mal zu helfen. „Das Baby kommt noch während meines Dienstes! Wäre ja sonst noch schöner!“, schimpfte sie scherzhaft. „Ja oder sie sagt ällerbätsch und kommt doch erst morgen.“, hörte ich Mami schmunzeln. Ne Mami, dazu hatte ich wirklich nicht den Kopf. Erstens war die Lage, in der ich mich nun befand, nicht besonders bequem und zweitens wollte ich zu Dir und Papi! Es muss so 16.30 Uhr gewesen sein, als die Hebamme das dumme zähe Ding vor meiner Tür wegzog. Übrigens war das Ding die Fruchtblase und kaum war die weg, floss all mein Wasser weg. Huch! Das war eins seltsames Gefühl, erst fand ich das total witzig, denn es kitzelte mich überall während es an mir vorbeifloss, aber dann bekam ich auch ein wenig Angst.  
  

 




Offline ItsieBitsy

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Re: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« Antwort #1 am: 20. Juli 2008, 12:50:13 »
Und dann – ganz schlagartig – bekam Mami ganz dolle Schmerzen. Ui ui ui – das war nicht schön. Mama bitte glaub mir, das war gar nicht meine Absicht, aber ich bin immer weiter nach unten gerutscht und mein Kopf wurde gequetscht. Das war auch für mich nicht angenehm, ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil – menno, das tat wirklich auch ein bisschen weh und mein Herzchen fing richtig an zu rasen.   
Dann spürte ich, wie Mami anfing zu drücken. Thora gab ihr die Anleitung wie sie es am besten machen sollte, damit die Schmerzen nicht zu stark wurden und damit Mama und ich alles gut überstehen konnten. Mein Kopf kam zweimal fast durch die Tür und rutschte dann wieder zurück – uff – ich gab mir ordentlich Mühe, damit Mami nicht die ganze Arbeit alleine machen musste. Aber man, das war sooooo anstrengend. Papa war die ganze Zeit an unserer Seite und hat die Mami gehalten. Das war toll, ich konnte merken, wie sie dadurch immer wieder kurz ein wenig entspannen konnte. Auch wenn die Schmerzen, also Wehen, fast ohne Pause kamen. 
 
Dann spürte ich noch mal heftigen Druck von oben und wie meine Mama mitschob und dann… wurde es ganz hell um mich herum – und kalt! Es war 16.55 Uhr und letztendlich ist alles ganz schnell gegangen, es waren nur 5 oder 6 Presswehen und dann war ich ausgezogen. Dadurch, dass alles so schnell ging, war ich ganz erschrocken und auch ein wenig empört, denn so hatte ich mir das ja nicht vorgestellt. Ich schrie also erstmal und was soll ich sagen – die Luft draußen ist ganz anders als in Mamis Bauch. 
Überhaupt Mamis Bauch, da wurde ich erstmal drauf gelegt und dann spürte ich vier Hände, die mich streichelten. Papa hat die Nabelschnur durchtrennt und dann… 
 
Ich konnte Mama riechen und auch ihr Herz konnte ich hören. Schön! Wirklich schön! Ich hörte sofort auf zu schreien, denn es fühlte sich alles so toll an. Ich fühlte mich wohl und geliebt. Papa und Mama waren unsagbar glücklich, dass ich ganz gesund und munter war und ich war ganz doll glücklich, dass die beiden sich so freuten. „Sie ist so wunderschön!“, hörte ich Mami flüstern. Und auch Papi fand das so. 

 Weniger schön war es, als ich von Mami wegmusste. Thora hat mich gemessen, gewogen, sauber gemacht und angezogen. Papa hat das ganze genau beobachtet und mich nicht aus den Augen gelassen. 

Ach ja, ich sag Euch mal meine Masse: Ich habe bei der Geburt 2900g gewogen und war 49cm groß (Papa ist sich sicher, dass es nur 48cm waren), mein Kopfumfang betrug 33cm.   
 
Der Arzt, der kam, war mit allem sehr zufrieden, da waren Mama und Papa sehr stolz drüber. Mami musste noch genäht werden, weil Thora einen kleinen Schnitt machen musste, als mein Kopf durch die Tür kam. Nur weil alles so schnell ging plötzlich, da war der Schnitt dann besser.   
Mama war eh alles egal und mir auch – Hauptsache wir konnten beieinander sein. Papi war so kaputt, dass er schließlich nach Hause ging (wo er dann ganz stolz erstmal die halbe Welt anrief). Ich durfte mit Mami auf ein Zimmer, wo wir dann die erste Nacht gemeinsam auf dieser hellen Welt verbrachten (die ist gar nicht immer hell). 
Ich träumte aber noch von meinem Auszug, so dass ich ab und zu weinen musste im Schlaf. Mama hat mich dann einfach zu sich genommen und ich durfte in ihren Armen weiterschlafen, dort wo ich auch den vertrauten Herzschlag hören konnte. 

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Ihre tatsächliche Grösse betrug gerade einmal 47cm - sie war mit drei Monaten gerade einmal 52cm klein. Und noch immer ist sie recht klein für ihr Alter. Aber das ist okay so... immerhin sind Mama und Papa auch nicht so gross.  ;)

Liebe Grüsse
Nina

Offline Coney

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Re: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« Antwort #2 am: 20. Juli 2008, 17:21:46 »
Huhu,

ich hab selten so einen niedlichen Geburtsbericht gelesen  :) Ganz toll geschrieben, ehrlich!

Offline Maja.1978

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Re: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« Antwort #3 am: 20. Juli 2008, 21:03:41 »
Ich kann mich Coney nur anschließen, hast du superschön geschrieben!!
Hört sich wirklich nach einer traumhaften Geburt an!

Offline weiblein

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Re: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« Antwort #4 am: 22. Juli 2008, 13:19:12 »
das war wirklich ein besonders schöner geburtsbericht!
schöööööön!!!! mir kamen doch glatt vor rührung die tränen!  ::)
klingt, als hättest du die geburt in schöner erinnerung  :D
wirklich sehr sehr schön geschrieben!!!!

Offline karo25

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Re: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« Antwort #5 am: 22. Juli 2008, 23:41:43 »
echt ein total wahnsinnig schöner bericht hab auch ein paar tränchen im auge toll

liebe grüsse

karo

Offline ItsieBitsy

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Re: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« Antwort #6 am: 19. Januar 2009, 15:00:39 »
*aus gegebenen Anlass mal hochschubs*  ;)

Offline TinaundCJ

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  • Mit allem gerechnet,aber nicht damit!
Re: Yana Marie - eine Traumgeburt, schon 1 Jahr her
« Antwort #7 am: 19. Januar 2009, 15:03:25 »
Einfach nur schön  :-*

 

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