Autor Thema: Mia Philine - Eine schnelle, jedoch heftige Geburt!  (Gelesen 11128 mal)

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Offline Nana2010

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Mia Philine - Eine schnelle, jedoch heftige Geburt!
« am: 27. April 2011, 07:16:31 »
Es war der 16.03.2011. Ich war schon 6 Tage über Termin und es sah so aus, als würde die Kröte immer noch nicht auf die Welt wollen. Morgen wollte mir meine FÄ eine Überweisung zur Einleitung im Krankenhaus ausstellen. Da wollte ich ja eigentlich drum herum kommen. Hatte mal wieder zu viel gelesen: Einleitungen können sich über 3 Tage ziehen… Ach nö. Der Maus schien es in meinem Bauch einfach zu gut zu gehen!

Ich richtete mich auf einen gemütlichen Fernsehabend ein. Gleich kam Desperate Housewives! Es war 19.36 Uhr als es auf einmal in meinem Bauch (wie ich fand sogar hörbar) „Plopp“ machte. Ich konnte es sogar deutlich spüren. Als ob in mir ein Ballon geplatzt wäre. War das die Fruchtblase? Doch bevor ich noch länger darüber nachdenken konnte, bekam ich eine heftige Wehe. Ah, okay. So fühlen sich also Wehen an, doch nicht zu vergleichen mit den Übungs- oder Senkwehen! Aua!
Ich stand langsam auf, da ich jetzt damit rechnete auszulaufen… Aber nichts!
Ich ging ins Bad um mal nachzuschauen. Da waren vielleicht 2 kleine nasse Flecken. Mmmhhh…. Was tun? Mein Mann fragte, was los sei. Ich antwortete, dass ich denke, dass mir die Fruchtblase geplatzt sei, ich mir aber nicht sicher wäre. Und kaum ausgesprochen bekam ich die nächste Wehe! Verdammt, das tat ja wirklich weh…

Gut, schauen wir jetzt mal auf die Uhr. Abstände notieren! Wir waren total unsicher, ob wir ins Krankenhaus fahren sollten. Ich wollte ja auch nicht umsonst dorthin. Mittlerweile war es 20.30 Uhr und die Wehen kamen so alle 10 Minuten. Und das nicht gerade leicht. So langsam fingen wir dann doch an die restlichen Sachen für die Krankenhaustasche zusammen zu packen. Ganz in Ruhe. Irgendwie ging ich immer noch davon aus, dass ich mich getäuscht hatte!

Auf dem Weg ins Krankenhaus glaubte ich dann doch nicht mehr an Täuschung! Die Wehen kamen jetzt so alle 7-8 Minuten und taten richtig weh! Atmen, Atmen… was genau sollte das bringen?! Um ca. 21.30 Uhr waren wir im Krankenhaus. Ich musste zwischendurch immer stehen bleiben und versuchte irgendwie die Schmerzen zu veratmen. Auf Station angekommen, kam uns auch direkt eine Schwester entgegen und brachte uns in ein Zimmer zum CTG schreiben. Konnte ich nicht direkt in den Kreißsaal? Jetzt lag ich irgendwo auf einer Pritsche, war am CTG angeschlossen und wollte diese fiesen Wehen nicht mehr haben. Die Schwester sagte nach einem Blick auf dem CTG, dass wir wohl heute hier bleiben würden und mein Mann sollte mich schon einmal zur Aufnahme anmelden… Aha! Die Kröte will also doch raus!

Die Schwester schickte uns nach dem CTG zur gynäkologischen Ambulanz. Na toll, immer noch nicht in den Kreißsaal. Ich konnte kaum laufen. Sie bot mir noch einen Rollstuhl an, aber den nahm ich natürlich nicht an. Wie sieht denn das aus! Also schlichen wir mehr oder weniger durch die Gänge mit vielen Pausen in denen ich nur dachte: Und diese Schmerzen jetzt 8-10 Stunden? Beim Laufen merkte ich dann auch wie doch jede Menge Fruchtwasser auslief…

In der gynäkologischen Ambulanz erwartete uns dann eine Ärztin und wollte sich den Muttermund anschauen. Aha okay! Ich ziehe mich ja gerne unter Schmerzen aus und an. Nachdem ich mich kaum auf dem Stuhl halten konnte vor Wehen und Schmerzen (war das normal, dass die so stark waren?), sagte sie: Ja, das sieht gut aus wir gehen mal in den Kreißsaal! Na endlich!

Im Kreißsaal angekommen sollte ich mich hinlegen, wurde ans CTG angeschlossen und mir wurde ein Zugang am Arm gelegt. Das gestaltete sich relativ schwierig und die Ärztin brauchte etwas länger dazu, da die Wehen nun sehr häufig kamen und auch immer stärker wurden… Die Hebamme kommt auch gleich. Na dann, schön zu hören! Ich hatte irgendwie gar kein Zeitgefühl. Wie lange lag ich hier schon? Ah gut. Es war ca. 22.30 Uhr. Die Hebamme war mittlerweile auch da und mein Muttermund wurde noch mal kontrolliert. Das sieht ja gut aus! 10 cm! Was? Ich konnte es gar nicht fassen, ich war doch gerade erst hier angekommen! Ich denke das dauert zig Stunden? Das erklärte dann auch meine heftigen Wehen bei denen ich mich vor Schmerzen krümmte. Die Maus wollte jetzt doch ganz schnell raus!

Nicht lange nach dem Muttermundbefund fingen dann auch die Presswehen an. Das blieb mir nur in Erinnerung, da mir auf einmal gesagt wurde: Und bei der nächsten Wehe richtig schön alles nach unten drücken! Leichter gesagt als getan. Es tat weh, es tat sogar sehr weh. Die Wehen machten mich fertig… Und zwischen den Wehen immer schön tief einatmen, dem Kind Sauerstoff geben. Und wer gibt mir Sauerstoff?
Und wo sind eigentlich meine Schmerzmittel?


Offline Nana2010

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Antw:Mia Philine - Eine schnelle, jedoch heftige Geburt!
« Antwort #1 am: 27. April 2011, 07:16:52 »
Leider kann ich mich an die nächsten 2 Stunden nur an Bruchteile erinnern. Ich war viel zu fertig… Die Wehen waren zu stark. Ich presste und presste. Und irgendwie schien es nicht voran zu gehen. Ich wurde von der Ärztin und der Hebamme aufgefordert in eine andere Position zu gehen. Hocken… Ich hatte das Gefühl mich überhaupt nicht mehr bewegen zu können. Ich hörte mich nur immer wieder sagen: Das geht nicht, ich kann nicht… Und die beiden Damen immer nur: Doch du kannst das, das geht! Im Nachhinein bin ich dankbar, dass die beiden so „böse“ waren! Aber auch die Hocke brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Ich war einfach zu schwach. Mittlerweile lag ich schon ungefähr 2 Stunden in den Presswehen und wollte nur noch, dass die Schmerzen weg sind und schlafen!

Mein Mann war die ganze Zeit bei mir und hat mir etwas zu Trinken gegeben, mich gestreichelt und immer wieder gesagt, dass ich es schaffe. Nur irgendwann glaubt man selbst nicht mehr daran. Ich weiß noch genau, wie ich den Gedanken hatte: Ich will jetzt einen Kaiserschnitt. Holt die Maus aus mir raus, ich will, dass diese Schmerzen endlich aufhören… Auf einmal sah ich tatsächlich einen Tropf neben mir an den ich „angeschlossen“ wurde. Und ich dachte noch: Schmerzmittel, endlich! Von wegen. Da bekam ich doch tatsächlich noch ein Wehen steigerndes Mittel!

Die Wehen waren zwar stark aber die Abstände ein wenig zu groß, so dass die Kleine immer wieder hoch rutschte… Meine Erschöpfung machte das ganze auch nicht besser. Mein Mann sagte mir später, dass schon die Saugglocke im Gespräch war… Aber dann hatten die beiden noch eine andere „Idee“: Die Hebamme setzte sich neben mich auf das Bett und bei jeder Wehe drückte sie mir mit ihrem ganzen Gewicht auf den Bauch und versuchte die Maus nach unten zu schieben. War die wahnsinnig?! Dazu kam dann noch die Anfeuerung der Ärztin: Pressen, pressen!
Dann wechselten die beiden. Ich weiß nicht mehr, wie oft mir auf dem Bauch rumgedrückt wurde, aber es kam mir vor wie eine Ewigkeit…

Aber ich merkte auch: Irgendetwas schien sich zu tun! Plötzlich sagte die Hebamme jetzt schau mal. Und was sah ich? Haare! Dunkle Haare! Gut, es kann jetzt nicht mehr lange dauern. Bei der nächsten Wehe noch mal richtig feste pressen. Und ich merkte wirklich wie sich der Kopf durch mich durch quetschte. Ich denke, das ist ein Gefühl, dass man überhaupt nicht beschreiben kann. Vielleicht will man es aber auch nicht! Der Kopf schien dann endlich da zu sein, denn die Hebamme sagte mir, dass ich nur noch einmal richtig kräftig pressen sollte. Gleich wäre es geschafft! Ja? Wirklich? Konnte ich mir gar nicht vorstellen… Also gab ich noch mal alles. Und tatsächlich: Ich spürte wie der kleine Körper aus mir heraus kam. Und plötzlich war der ganze Druck und der Schmerz mit einem mal verschwunden. Ein wunderschönes Gefühl.

Und das nächste wunderschöne Gefühl folgte, als ich Mia das erste mal sah! Sie schrie und es war so unbeschreiblich schön. Leider war ihre Nabelschnur zu kurz, so dass diese erst durchgeschnitten werden musste, bevor ich die Maus auf die Brust bekam. Mein Mann wurde aufgefordert das zu übernehmen! Ich finde es schön, dass er die Nabelschnur durchtrennt hat. Es hat etwas symbolisches. Und dann kam der Moment, der alle Schmerzen entschädigte: Mia wurde mir auf die Brust gelegt. Ich hatte Tränen in den Augen, schaute meinen Mann an und auch er war am Weinen. Sie schrie so und war so warm und nass. Es war wunderschön!

Wir lagen eine Zeit so bis die Maus von der Hebamme sauber gemacht und gewickelt wurde. Mein Mann war die ganze Zeit dabei. Ich beobachtete alles. Es wurden 2 Fotos und ein Fußabdruck gemacht. Die Nachgeburt war dann auch nur noch ein Klacks! Danach wurde ich genäht. Zum Glück war das ganz gut auszuhalten. Aber es zog sich. Die Ärztin nähte ca. eine dreiviertel Stunde. Ich hatte einen äußeren und inneren Dammriss sowie einen beidseitigen Scheidenriss. Ja, Mia war groß und schwer! Und endlich bekam ich meine Maus zurück. Noch im Kreißsaal wurde sie mir an die Brust gelegt. Und das funktionierte sogar ganz gut. Ein seltsames aber schönes Gefühl!

Leider war ich durch diese heftige Geburt nicht nur gerissen, sondern auch meine Nerven waren „beleidigt“, wie es die Ärztin später nannte. Ich konnte in den nächsten Tagen meinen Stuhl nicht mehr halten, hatte überhaupt kein Gefühl mehr im Schließmuskel. Ich fiel aus allen Wolken und war fertig mit der Welt, obwohl mir gesagt wurde, dass sich das wieder gibt.

Heute bin ich stolz auf mich eine spontane Geburt ohne PDA oder Schmerzmittel gemeistert zu haben. Aber es herrscht immer noch der Gedanke vor, dass Mia Einzelkind bleibt! ;) Auch die Nähte sind gut verheilt und alle Nerven haben sich wieder beruhigt und alles ist wie vorher.

Wenn ich an Mias Geburt denke besteht diese für mich aus dem Platzen der Fruchtblase und als sie schließlich auf meiner Brust lag. An alles, was dazwischen war, versuche ich nicht zu denken… Die Schmerzen waren einfach zu stark.

Es war eine schnelle (von den regelmäßigen Wehen bis zur Geburt waren es 3 Stunden!) jedoch heftige Geburt, für die die Kleine mich heute aber jeden Tag auf wundervolle Art und Weise entschädigt!

Denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne....

Mia Philine, geboren am 17.03.2011, um 0.36 Uhr mit 55 cm und 3900 g.




Vom 22.04.11:

« Letzte Änderung: 27. April 2011, 07:18:42 von Nana2010 »


Offline elmo666

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Antw:Mia Philine - Eine schnelle, jedoch heftige Geburt!
« Antwort #2 am: 28. April 2011, 19:39:06 »
oh man da hast du aber eine heftige geburt hinter dir...aber du hast vollkommen recht deine kleine maus war jede einzelne sekunde deines schmerzes wert sie ist zauberhaft und ich glaube gerne das sie dich jeden tag neu verzaubert...

pia

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Antw:Mia Philine - Eine schnelle, jedoch heftige Geburt!
« Antwort #3 am: 29. April 2011, 09:36:34 »
hallo ihr lieben  :)

erst mal herzlichen Glückwunsch zur geburt deiner kleinen maus (sooooo knuffig)

ich bin jetzt in der 33 ssw und bekomm mit jedem tag mehr angst vor der geburt
mein eigentlicher entbindungstermin ist am 16.6 da ich aber ständig schmerzen habe
und ich es wirklich schon fast nicht mehr aushalte weil jeden tag was neues dazukommt meint mein artz
dass wir meinen kleinen schatz späterstens am 19.5 per keiserschnitt holen :-\
ich wollte doch aber eigentlich eine normale geburt hab aber auch so Angst davor
was man da so alles liest und hört  :-\
vieleicht habt ihr ein paar aufmunternde worte für mich
freu mich über viele antworten
liebe grüße pia

Offline Annakin

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Antw:Mia Philine - Eine schnelle, jedoch heftige Geburt!
« Antwort #4 am: 29. April 2011, 10:57:32 »
Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Klingt ja wirklich heftig, aber eure Maus ist zuckersüß! Und das zweite Bild ist fantastisch. Das Gesicht das sie zieht...


Liebe Grüße

Anna

Offline sonja2416

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Antw:Mia Philine - Eine schnelle, jedoch heftige Geburt!
« Antwort #5 am: 16. Februar 2015, 17:32:38 »
hihi, offensichtlich ist sie trotz der schmerzhaften Geburt kein Einzelkind geblieben :)

 

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