Autor Thema: Aus geplantem KS wurde wunderschöne Geburtshausgeburt  (Gelesen 1985 mal)

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Offline Maria

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Aus geplantem KS wurde wunderschöne Geburtshausgeburt
« am: 24. September 2016, 15:24:52 »
Hallo ihr Schwangeren...
Ich möchte mit diesem Bericht keinen dazu überreden, ins Geburtshaus zu gehen oder seine Geburt mit Hypnobirthing zu machen. Jedoch bin ich so überrascht von meiner tollen Erfahrung, dass ich sie einfach gerne mit euch teilen wollte. Was ihr aus daraus macht, ist natürlich eure Sache. Vielleicht ist das ein kleiner Gedankenanstoßer, sich mal über die herkömmlichen Geburtsvorbereitungen hinaus zu informieren. Ich habe auch einen Blog hypnobirthing-geburt. net dazu gestartet, auf dem ihr gerne mal vorbeischauen könnt, aber natürlich nicht müsst. Meinen Geburtsbericht poste ich mal hier (vorsichtig lang Zwinkern ) Viel Spaß.
Teil 1:
Ich kann mich noch gut an die Worte meiner Freundin Lara erinnern, die mich ganz aufgeregt fragte: „Kennst du eigentlich Hypnobirthing? Damit sollen Frauen angeblich ganz schmerzfrei und leicht ihre Babys gebären“. Das war ungefähr der erste Satz, den sie mir entgegen richtete, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ich schwanger bin. Ich konnte kaum glauben, was sie mir daraufhin erzählte. Ganz ohne Schmerzen in Hypnose entbinden? Klingt zu schön, um wahr zu sein! Neugierig wie ich bin, hab ich das Thema sofort gegooglt und einige schöne Geburtsberichte mit Hypnobirthing Erfahrung und Videos bei Youtube entdeckt. Immer mehr drang ich in die Welt des Hypnobirthings ein, es fesselte mich regelrecht, sodass ich auch schnell beschloss, mir das Buch zu bestellen. Denn eigentlich hatte ich immer richtig große Angst, wenn ich an eine Geburt dachte. Ich wollte sogar am Liebsten einen Kaiserschnitt, weil ich dachte, dass es so am wenigstens schmerzvoll und schnellsten gehen würde.
Das Buch las ich innerhalb von einigen Tagen durch und ich bekam ein richtig freudiges Kribbeln im Bauch, wenn ich an die bevorstehende Geburt dachte. Immer wieder schaute ich mir Videos an und las spannende Berichte. Da ich gerne noch mehr darüber erfahren wollte, überredete ich meinen lieben Ehemann gemeinsam einen Hypnobirthing Kurs zu besuchen, um meine ganz persönliche Hypnobirthing Erfahrung zu machen. Nicht ganz günstig mit 480 €. Immerhin wird aber die Hälfte von der Krankenkasse übernommen. In dem Kurs haben wir die im Buch gezeigten Techniken besprochen und dann auch zusammen geübt. Außerdem lernten wir Atemtechniken kennen und konnten unsere Kursleiterin natürlich Fragen stellen, die sie sehr detailliert beantwortete. Auch sie berichtete uns positiv von ihrer Hypnobirthing Erfahrung. Ob ein Kurs zu dem Buch wirklich nötig ist, würde ich nicht unbedingt mit „Ja“ beantworten. Allerdings fand ich es nett, da wir dort auch sehr liebe neue Menschen kennengelernt haben, die mittlerweile zu unserem Freundeskreis gehören.
2 Monate vor der Geburt intensivierte ich meine gelernten Übungen und machte täglich Fantasiereisen. Ich fühlte mich die gesamte Schwangerschaft sehr gut und hatte wirklich keine Angst, nur Respekt vor der Geburt.
Teil 2:
Es geht los…
Als es dann endlich 6 Tage nach dem ET losging, war ich einfach nur voller Vorfreude. Am Abend gegen 23 Uhr fingen die ersten Wellen (so nennt man die Wehen im Hypnobirthing) an, schon im halbe Stunden Abstand, die ich aber noch gut mit der gelernten Methode veratmen konnte. Um wirklich sicher zu gehen, dass es auch die echten Wellen und nicht nur Übungswellen waren, ging ich in die Badewanne und bat meinen Mann, die Entspannungs-CD einzulegen.
In der Wanne wurden die Wellen deutlich intensiver, so dass ich es dort nur kurz aushielt. Zurück im Schlafzimmer hatte mein Mann schon Kerzen aufgestellt und alles gemütlich hergerichtet. Ich war die meiste Zeit im Vierfüßlerstand, veratmete die Wellen mithilfe der Wellenatmung und nutzte in den Pausen immer die Ruheatmung, um mich wieder zu entspannen. So, wie es die anderen Frauen bei ihren Hypnobirthing Erfahrungen teilten. Immer wieder rief ich mir die Geburtsaffirmationen ins Gedächtnis und dachte daran, dass mein Körper perfekt zum Gebären sei und alles gut werde. Schmerzen hatte ich zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall, aber es war mit Hilfe der Atmungen gut aushaltbar. Als die Wellen einen Abstand von 5-10 Minuten hatten, riefen wir unsere Hebamme an und verabredeten uns für 6 Uhr morgens im Geburtshaus.
Schwierigkeiten
Als wir dann gegen 5.45 Uhr aufbrachen, war die Geburt schon sehr weit voran geschritten und ich hatte Probleme mich zu entspannen, denn mir machte der Weg von der Wohnung ins Auto und dann ins Geburtshaus etwas Stress. Ich wäre am Liebsten zuhause geblieben, um eine Hausgeburt zu erleben. Jedoch ermutigte uns die Hebamme, ins Geburtshaus zu gehen. Ihr war zu dem Zeitpunkt nicht klar, wie weit die Geburt schon vorangeschritten war. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich schon immer lauter und konnte den Druck nur mit lautem Tönen standhalten. Die Wellen kamen schon in 1-2 Minuten Abständen. Als wir dann nach kurzer Zeit im Geburtshaus ankamen, hatte meine liebe Hebamme uns das Geburtszimmer total gemütlich hergerichtet, mit Decken auf dem Boden, Kerzen und leiser Entspannungsmusik. Genauso hatte ich mir meine erste Hypnobirthing Erfahrung vorgestellt.
Teil 3:
Fruchtblase platzt
Ich positionierte mich wieder im Vierfüßlerstand vor die Bettkante und umfasste die Arme meines Mannes. Nach kurzer Zeit platzte auch endlich die Fruchtblase. Die Hebamme gab mir keine Anweisungen, was ich tun sollte, sie lobte mich die ganze Zeit und meinte, ich soll mich in den Pausen entspannen. Zwischendurch verließ sie sogar den Raum, um noch organisatorische Dinge zu erledigen. Während dieser Zeit hatte ich dann den starken Drang, schon nach unten zu pressen. Das wie im Buch beschriebene „nach unten atmen“ klappte leider nicht, ich presste einfach nur und krallte mich in die Arme meines armen Mannes. Nach 2-3 Presswellen kam dann schon der Kopf meiner kleinen Maus heraus und mein Mann konnte gerade noch nach der Hebamme rufen. Als sie ins Zimmer gestürmt kam, presste ich erneut und das größte Wunder Emma kam auf die Welt. Schmerzen empfand ich dabei gar keine, ich spürte nur Erleichterung, dass ich endlich drücken konnte.
Totale Sprachlosigkeit
Ich nahm sie sofort zu mir und blickte in ein wunderschönes, leicht erstauntes Gesicht, das mich mit riesigen Augen anstaunte. Das hört sich so klischeehaft an, aber das war wirklich der schönste Augenblick in meinem Leben- was für eine tolle Hypnobirthing Erfahrung. Auch mein Mann konnte es kaum glauben und ihm liefen sogar die Tränen der Freude übers Gesicht. Nachdem wir dann die Nabelschnur auspulsieren lassen haben, realisierte ich zum ersten Mal, dass wir nun Eltern geworden waren und wie schnell und unkompliziert alles verlaufen ist. Meine Hebamme sagte mir, dass das wirklich eine Traumgeburt gewesen sei und wir quasi dafür gemacht seien, Eltern zu werden. Aber sie meinte auch, dass dies auch dem Hypnobirthing zu verdanken sei.

 

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