Ernährungs-Ratgeber > Babys Ernährungsplan

...im ersten Lebensjahr:

Monat Frühstück 2.Frühstück Mittagsmahlzeit Zwischenmahl Abendmahlzeit
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Milchmahlzeiten. In den ersten 4 Monaten nur Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung. ("Pre"- Nahrung oder eine Nahrung der Stufe "1". Ab dem 5. Monat auch Nahrungen der Stufe "2".)
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Ab dem 5. Monat: Gemüse - Kartoffel - Fleisch - Mahlzeit
   
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Ab dem 6. Monat: Milch - Getreide - Brei
Ab dem 10. Monat Zugabe von Brot, Milch und Obst
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Ab dem 7. Monat: Milchfreier Getreide - Obst - Brei
Ab dem 10. Monat Zugabe von Brot
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Milch aus der (Lern-)tasse und Brot oder Müsli
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Quelle: Dr. Curt Haefner-Verlag GmbH

Geschmacksexplosion: Zeit für Beikost

Nach vier bis sechs Monaten des Ankommens auf der Welt, des Kennenlernens von Mama, Papa, Geschwistern und dem eigenen Zuhause, beginnt den meisten Babys aufzufallen: Da steht was auf dem Tisch und alle stopfen es sich in den Mund!
Die kindliche Neugier ist geweckt, das kleine Händchen schnappt nach dem Teller, ein Stückchen buntes Essen verschwindet in der kleinen Faust und wenn Mama und Papa nicht schnell genug sind, landet es mit Sicherheit treffsicher im Babymund. Wäre das in Ordnung? Möglicherweise!

Die Weltgesundheitsorganisation und die nationale Stillkommission empfehlen ein reif und gesund geborenes Baby sechs Monate zu stillen oder ihm die Flasche zu geben, um sicherzustellen, dass das Kind alle notwendigen Nährstoffe bekommt und der Körper bereit für feste Nahrung ist. Generell wurde aber festgestellt, dass der Beikostbeginn zwischen dem fünften und dem siebten Monat keine negativen Auswirkungen auf den kindlichen Körper hat.
Dementsprechend gilt es genau zu beobachten: Entwickelt sich mein Kind normal? Ist es mit seiner Milch zufrieden und satt? Interessiert es sich nicht übermäßig für das Essen der restlichen Familie?
Dann kann der Beikoststart getrost noch ein wenig verzögert werden.

Ist das Kind mindestens vier ganze Monate alt und äußerst interessiert am Essen, dann zeigt es damit meist, das es bereit für seine erste feste Mahlzeit ist.

Der erste Brei
Der erste BreiGanz klassisch starten viele Familien mit einem Karottenbrei um die Mittagszeit. Wegen des noch süßeren Geschmacks eignet sich aber auch die Pastinake hervorragend als erstes Breigemüse. Gerade zu Beginn der Beikostzeit ist es nicht das Ziel, eine Milchmahlzeit zu ersetzen, sondern sie zunächst eher durch feste Nahrung zu ergänzen. Je nach Hunger und Geduld des kleinen Essers kann das Mittagessen mit Milch oder Brei begonnen werden. Beginnen sie mit einer kleinen Menge Brei und beobachten sie die Verträglichkeit einer einzelnen Breisorte über mehrere Tage, bevor sie ein weiteres Nahrungsmittel einführen. Zeichen einer Unverträglichkeit sind rote Flecken oder ein Ausschlag auf der Haut des Babys, sowie starkes Erbrechen oder Bauchschmerzen.

Ein klassischer Beikosteinführungsplan sieht in etwa so aus:

Mittagessen

  1. Gekochtes, fein püriertes Gemüse (zum Beispiel Karotte) mit einem kleinen Löffel anbieten, die Menge von Tag zu Tag steigern (bis circa 100g) und dabei die Verträglichkeit beobachten.
  2. Eine zweite Gemüsesorte ausprobieren (zum Beispiel Pastinake oder Kürbis)
  3. Gemüsebrei mit Kartoffelbrei und einem Esslöffel speziellem Babybeikostöl (für die Verdauung) ergänzen.
  4. Mageres Fleisch und etwas Obstsaft (für die Nährstoffaufnahme) hinzufügen.
  5. In den darauffolgenden Wochen können Nudeln oder Reis die Kartoffel ersetzen, weitere Gemüsesorten (beispielsweise Blumenkohl, Zucchini, Brokkoli, Kohlrabi oder Fenchel) ausprobiert werden. Ein bis zwei mal die Woche wird die Gabe von Fisch (zum Beispiel Lachs) empfohlen.

Als Grundrezept gilt: 1 Kartoffel, 100g Gemüse, 50g Fleisch, 1 Esslöffel Öl, 1,5 Esslöffel Obstsaft Nicht alle Babys schaffen es innerhalb eines Monats eine vollständige Milchmahlzeit zu ersetzen. Das ist in Ordnung und kein Grund keine weitere feste Mahlzeit einzuführen.

Die ersten MahlzeitenLiebe Eltern, bitte erschreckt euch nicht, wenn sich der Windelinhalt eurer Schätze verändert. Das ist normal! Der kleine Darm muss sich an seine neue Arbeit zunächst gewöhnen. Sollte euer Baby aber sehr mit seinem großen Geschäft zu kämpfen haben, könnt ihr etwas mehr Öl zu eurem Brei hinzu geben und zusätzlich Wasser zum Trinken anbieten. Der weit verbreitete Milchzucker enthält, entgegen der landläufigen Meinung, Bestandteile, die vom kleinkindlichen Darm nicht verarbeitet werden können und sollte daher nicht das Mittel der Wahl sein, um die Verdauung zu fördern.

Abendessen oder Nachmittagsbrei
Der Milch-Getreidebrei ist die zweite Mahlzeit, die eingeführt wird um eine weitere Milchmahlzeit zu ergänzen und später schließlich zu ersetzen. Als erste Getreideart eignet sich Hafer gut, da er leicht bekömmlich und verdaulich ist. Gemahlenes Getreide für Babybrei gibt es von verschiedenen Marken im Supermarkt und in der Drogerie zu kaufen. Die Getreideflocken müssen dann nach Packungsangabe zubereitet werden. Der Brei kann entweder mit pasteurisierter Vollmilch (nicht frischer!), mit Säuglingsmilch oder Muttermilch zubereitet werden. Nach Belieben kann der Brei noch mit etwas Obstpüree verfeinert werden. Weitere empfohlene Getreidesorten sind Dinkel, Hirse und Gries. Bei familiärer Neigung zur Glutenunverträglichkeit empfiehlt sich eine vorherige Absprache der Getreidesorten mit dem Kinderarzt. Ob die Gabe von Kuhmilch im ersten Lebensjahr Milchallergien begünstigt oder gar vorbeugt konnte bislang nicht eindeutig festgestellt werden. Auch bei diesem Brei gilt: Bitte langsam einführen und die Verträglichkeit über mehrere Tage hinweg gut beobachten!

Als Grundrezept gilt: 200ml Milch, 20g Getreide, 4 Teelöffel Obstpüree oder Obstsaft, 1 Esslöffel Öl





Bitte achten sie darauf, zunächst säurearmes Obst zu wählen und passen sie ihre Wahl der Verdauung ihres Babys an (kein Bananenbrei bei Verstopfung, sondern eher Birnen- oder Pflaumenpüree).

Frühstück
Die dritte Breimahlzeit wird, wie die zweite, mit Getreideflocken zubereitet, jedoch wird die Milch durch Wasser ersetzt, da der kindliche Organismus zu viel in der Milch enthaltenes Eiweiß nicht verarbeiten kann.
Für den Geschmack wird bei dieser Breimahlzeit mehr Obst zugegeben.

Als Grundrezept gilt:
90ml Wasser, 20g Getreide, 100g Obstpüree, 1 Esslöffel Öl

Mahlzeiten zum Trinken aus der Flasche werden allgemein nicht empfohlen. Ein Baby vegetarisch zu ernähren ist definitiv möglich, sollte aber gut durchdacht und geplant werden, damit es zu keinem Nährstoffdefizit kommen kann. Von einer veganen Ernährung im Babyalter wird allgemein abgeraten.
Keine der Breimahlzeiten darf in irgendeiner Form gewürzt werden.

So, bevor ihr jetzt den Kochlöffel und den Pürierstab schwingt, noch eine letzte Sache:
Meine Tochter ist jetzt 14 Monate alt und hat während der gesamten Breizeit nie die empfohlene Menge eines klassischen Rezepts gegessen, sondern einen großen Teil der Nährstoffe über die Muttermilch aufgenommen. Sie wächst und gedeiht trotzdem prima.
Also, lasst eurem Schatz die Zeit und die Möglichkeit diese spektakuläre und neue Erfahrung in vollen Zügen zu genießen!

Achtung! - Beachten Sie auch unseren Beitrag zum Thema Honig auf erziehung-online.de
(Honig hat nichts in der Ernährung für Babys verloren - da es sogar lebensbedrohlich für die ganz Kleinen ist)

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