Zwiespältige Gefühle beim Hibbeln?

Begonnen von Glückspilzi, 30. August 2009, 12:40:12

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Glückspilzi

Hallo Leute!
Ich wollte Euch mal was fragen, wie geht es Euch so dabei:

Hier sind so viele Mädels, die auch schon Fehlgeburten hatten und trotzdem weiter "geübt" haben und erneut schwanger geworden sind...

Mir geht es jetzt so, dass mein Mann und ich es auf jeden Fall weiter probieren wollen mit dem gemeinsamen Kind (sind eine Patchworkfamilie), aber ich habe jetzt schon Panik, wenn ich daran denke, wie wird es sein, wenn ich tatsächlich wieder schwanger werden sollte, aber täglich mit der Angst lebe, dass ich es wieder verliere? Es ist so schlimm, ein Baby zu verlieren und man macht sich doch Vorwürfe, auch wenn man weiß, dass keiner Schuld daran ist... aber wie ist es denn, wenn man jeden Tag in Panik lebt, dass es wieder im Bauch gestorben sein könnte? Oder merkt man es einfach? Ich habe es ja auch nicht gemerkt, dass mein Sternchen gestorben ist. Wie kann ich mich uneingeschränkt freuen, wenn ich nicht weiß, ob mein Baby es überhaupt schafft?
Wie ging es denjenigen unter Euch, die das auch schon so erlebt haben?? Ich meine, meine Freundin hatte auch schon zwei FGs, aber da war sich der Arzt von Anfang an nicht sicher, ob es ok ist. Bei mir war ja bis vor einer Woche noch alles wunderbar, gesund und der Entwicklung völlig entsprechend und dann kam so plötzlich das AUS!
Kann man mit der Angst umgehen und wenn ja, WIE?

Granadina

Hallo,

es tut mir total leid für euch, dass ihr euer Wunschkind verloren habt. Das muss unheimlich schmerzhaft sein! Ich war noch nie in der Situation, ein Kind verloren zu haben, daher kann ich Dir wahrscheinlich nur bedingt helfen.

Da sich am Wunsch nach einem gemeinsamen Kind nichts geändert hat und ihr beide schon mehrer gesunde Kinder habt (wenn auch mit jeweils anderen Partnern), denke ich, dass die Chancen für euch gut stehen, dass es beim nächsten Mal klappt. Sicher wird die Angst, dass es nochmal passieren könnte, immer bleiben (denn das Risiko ist nun greifbarer geworden), aber die Aussicht auf ein kleines gemeinsames Kind ist etwas Wunderbares und überwiegt die Ängste. In der "Zwangspause" könnt ihr den Kummer und die Ängste zumindest ein kleines Stück weit verarbeiten.

Vielleicht hilft es euch, wenn ihr diesmal keinem etwas von eurer Schwangerschaft erzählt, bis der Foetus drei Monate alt ist - da sinkt das Risiko eines vorzeitigen Abgangs. Meine Cousine und ihr Freund, die beide Ärzte sind, haben das so gemacht, das hat etwas den Druck von ihnen genommen. Glücklicherweise ist bei ihnen aber alles gutgegangen. Ich drücke euch auf jeden Fall ganz fest die Daumen!


Liebe Grüße
Granadina

P.S.: Dass deine Geschwister sich gar nicht zu deiner Fehlgeburt geäußert haben, wie Du in einem anderen Thread schriebst, mag daran liegen, dass sie sich hilflos fühlen und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Der Tod eines Kindes ist ein Tabuthema in unserer Gesellschaft und das gilt wohl auch für ungeborene Kinder. 



Glückspilzi

Danke für die lieben Worte, Granadina. Das ist sehr feinfühlig von dir.
Na ja, wir dachten wirklich, dass in der elften Woche nicht mehr so viel passieren kann, ich war das zweite mal bei der Vorsorge gewesen, alles hatte sich bestens entwickelt, war vorschriftsmässig groß... wir sind davon ausgegangen, dass wir es nur erzählen konnten. Und dann wars innerhalb von 6 Tagen ja auch vorbei. Wir hätten wirklich noch länger warten sollen, vielleicht bis Ende des vierten Monats sogar. Manch einer hatte es ja auch schon so gemerkt und wenn dann die Frage kommt: "Trinkst Du kein Glas Sekt mit? Bist Du schwanger?" Dann kannst ja schlecht lügen....
Oder wenn man sich aus diesen oder jenen Gründen schonen möchte.
In Bezug auf meine Brüder hältst Du sie scheinbar für besser und sensibler, als sie tatsächlich sind. Dem einen ist Beruf und Karriere an erster Stelle und Familie interessiert ihn überhaupt nicht, dem anderen sind seine eigenen Dinge wichtiger. Gestern abend rief er dann ja doch noch an, fragte nach den technischen Details einer Ausschabung, Dauer, Medis etc. und erzählte dann, dass der Sohn seiner Freundin mit 19 Jahren Depressionen habe und überhaupt er selbst einen Unfall mit Blechschaden gehabt hätte und sein WERTVOLLER Audi nun einen Riss in der Stoßstange habe, was natürlich einen Schaden von 1.600 Euro geben würde, den er aber gottseidank nicht selbst tragen müsste. Und ausserdem hätte er überlegt neu zu bauen, da sein EFH nun mit 21 Jahren doch schon in die Jahre gekommen sei.  Der arme, arme Mann! Wie ist er doch gebeutelt ist und was für schwere Entscheidungen er nun treffen muss.
Ich hatte nach dem einstündigen Telefonat doch tatsächlich Mitleid mit ihm und ich hatte wirklich ein schlechtes Gewissen, dass ich ihm mit der Nachricht um den Tod seines Neffen in spe oder seiner Nichte in spe nun wirklich das Wochenende vollständig versaut hatte. Was bin ich doch für eine rücksichtslose kleine Schwester, ihn mit meinen gesundheitlichen Wehwehchen zu belasten, denn ich habe es ja gut, ich bin ja noch jung mit 40 und kann noch hundert Kinder bekommen, während er mit 52 Jahren sich ja schon damit beschäftigen muss, wie er seinen Lebenswandel in acht Jahren weiter finanziert, da er ja sein Exfrau mit 200.000 Euro auszahlen musste.... bla bla bla  bla bla bla rhabarber rhabarber rhabarber rhabarber........
Chrrrrrrrrrr................. chrrrrrrrrrr................

Granadina

Nein,

das war wirklich nicht sensibel von deinem Bruder, dir etwas über einen ollen Blechschaden und so vorzujammern.

Wenn ihr (soweit möglich) bis zur elften Woche gewartet habt, von der Schwangerschaft zu erzählen und es dann wenige Tage später ein Sternenkind geworden ist, hattet ihr ja besonders großes Pech.

Ehrlich gesagt frage ich mich, wie meine Cousine es geschafft hat, drei Monate lang nichts zu sagen. Vielleicht wußten oder ahnten es ja doch einige Freunde ... Ich könnte die freudige Nachricht wahrscheinlich nicht so lange für mich behalten, spätestens wenn dann so eine direkte Frage kommt - und die käme sicher - würde ich es wohl verraten.


Liebe Grüße,
Granadina



Dropsknopf

Hallo,

ich habe im Moment auch noch das Risiko einer Fehlgeburt, ich sollte schon zur Ausschabung weil keine Herztöne da waren aber im KH hat man sie mit höherer Auflösung doch gesehen! Nun heißt es abwarten.

Für mich war das auch ein sehr großes Gefühlschaos und ist es immer noch.
Aber wenn es doch zu einer Fehlgeburt kommen sollte (1. Kind) werden wir auf alle Fälle wieder üben, da sind wir uns einig, wir wollen ein Kind! Es hat diesmal schon im 4. Zyklus geklappt, was auch ein denke ich gutes Zeichen ist.

Wenn ihr bereit seid "übt" wieder ganz unverkrampft und es wird klappen  s-hug, kann dich gut verstehen.

Alles Gute wünsch ich euch und viel Kraft und Glück!! :-*


Unser 6.Jahr!


KleineMama

Hallo

erstmal tut es mir sehr leid das ihr so etwas erleben musstet  :-[
Und die Reaktionen von deinen Brüdern darauf war wirklich unter aller Sau  >:(

Wir haben im Januar angefangen zu üben und es klappte dann sehr schnell ging nur leider nicht gut..Krümel durfte nicht bei uns bleiben.Haben dann direkt weiter geübt und die Gedanken dabei waren hoffnungsvoll das es schnell wieder klappt mit einem kleinen bisschen Angst gemischt...als der nächste Test dann aber positiv wurde..war die Freude am Anfang noch sehr gedämpft...wir haben es außer hier im Forum niemandem erzählt bis wir die 13. Woche hinter uns hatten...

Die Angst das wieder etwas schief geht ist bis heute da...wurde aber immer durch ein kleines Stückchen Freunde mehr überdeckt...den ersten FA-Termin hab ich erst gemacht als man das Herzchen schlagen sehen hat...der nächste US  lief super....nun haben wir die 13. heil überstanden und die Angst ist sehr viel weniger präsent. Allerdings ganz wird sie wohl nicht verschwinden...gerade durch die 4 Wochen zwischen den Terminen..direkt vor dem Termin kriecht sie wieder hoch...aber damit kann ich leben..ich versuch durchweg positiv an die ganze Sache ran zu gehen.

Hoffe es klappt ganz schnell wieder bei euch und dann geht auch alles gut  :-*
Eins...zwei...drei ... wir lieben euch! <3


☼Anja☼

Hallo Glückspilzi,

hatte dir schon in deinem anderen Thread geschrieben... Nach der Erfahrung einer Fehlgeburt wird man wahrscheinlich noch besorgter in eine erneute SS gehen. Aber wie Anna schon beschrieben hat, denke ich, dass irgendwann die Vorfreude auf das Baby überwiegt. Ich geh zumindest davon aus - wir üben jetzt im 10. ÜZ nach der FG.
Die Reaktion deiner Geschwister ist krass. Leider wissen manche nicht, wie sie mit dem Thema umgehen sollen und verhalten sich dann objektiv gesehen völlig daneben. Du wirst das bei deinem Bruder am besten einschätzen können.

Ich würde es übrigens bei einer erneuten SS wieder früh erzählen - also bei einem passenden Moment, nachdem der FA die SS bestätigt hat. Wir haben bis auf wenige Ausnahmen nur positive Erfahrungen gemacht. Wenn es keiner gewusst hätte, dann würde außer uns beiden keiner wissen, dass es unser Kind gegeben hat. Und ich finde es schön, dass auch andere von der Existenz unseres Kindes wissen - ansonsten würde es mir so unreal vorkommen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du bald wieder einen positiven SST in der Hand und dann ein gesundes Baby im Arm hälst!

Anja



Melli27

Ich möchte auch kurz was dazu sagen weil ich auch etwas nachvollziehen kann wie es dir geht.
Mein Mann und ich "üben " schon seit 13 Monaten. Dann hatte ich auch endlich einen positiven SST ind er Hand und die Freunde war riesig. Dann leider in der 6.Woche das Aus. Wir waren tottraurig aber für uns steht auch fest das wir es wieder versuchen. Vor dem Tag wo der positive Test da sein wird, habe ich auch schon etwas Angst weil ich wie du immer im Kopf habe: okay, letztes mal blieb es auch nicht da...... Mal sehen wie man es schafft damit umzugehen.
Wünsche euch viel Kraft und das ihr das zusammen schafft.