Autor Thema: Mias Auszug...  (Gelesen 2806 mal)

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Jennie

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Mias Auszug...
« am: 05. März 2009, 12:21:21 »
So jetzt werde ich mal gucken ob ich noch alles von Mias Geburt auf die Reihe bekomme, aber eher habe ich es einfach nicht geschafft mit dem Geburtsbericht zu beginnen.

Unser errechneter Termin war der 04.02.2009. Ich hatte mich aber schon metal aufs Übertragen eingestellt, da in meiner Familie noch nie jemand vor Termin entbunden hat und auch nie ohne Einleitung!
Am 28.01.09 um 17.00h saß ich, mit einer Schale Pistazien aufm Bauch, auf unserem Sofa und plante gerade meine weiteren Aktivitäten (Kartoffeln schälen, Stall misten, Hunde raus, duschen) da platze meine Fruchtblase. Im ersten Moment dachte ich es wäre Urin (dabei war ich gerade aufm Klo gewesen). Ich also nochmal hin. Alles wieder vorbei...dann habe ich meine Hose ausgezogen und war gerade aufm Weg durchs Bad, da verlor ich dann schwallartig mein Fruchwasser. O.K. doch kein Urin..es geht los..nein das kann nicht sein....Ich habe meinen Mann angerufen, der hat mir erst gar nicht richtig geglaubt und um 17.45h waren wir im KH.
Im Kreissaal dann das übliche CTG (unregelmäßige Wehen aber noch sehr spitz), Blutentnahme, Mumu abtasten (Fingerdurchlässig) und US ("Bei dem kleinen Bauch ist da niemals ein 3000g Baby drin." meinte die Fä. Es wird wohl etwas dauern, aber wegen des Blasensprungs mußte ich ja stationär aufgenommen werden. Um 22°°h sollten wir nochmal zum CTG.
In meinem Zimmer haben wir dann den Schrank eingeräumt etc. und um 21.00h kam eine Schwester und meinte, mein Besuch müßte jetzt auch mal gehen.
Hallo, das ist mein Mann und wir warten auf unser Baby. Also die hatte jawohl voll die Macke.
22°°h CTG zeigt schon derbe Wehen, aber sie waren nicht Mumuwirksam und mein Mann konnte erstmal nach Hause.
Dann war ich alleine und die Wehen wurden immer stärker, habe dann noch ein Schmerzmittel bekommen und sollte mich ausruhen. Na super mit alle 3 min Wehen ausruhen. Ich habe mir tapfer die Nacht um die Ohren geschlagen und um 4.30h habe ich es nicht mehr ausgehalten. Die Wehen im CTG waren deutlich besser und mein Mumu war endlich auf 3 1/2 cm. Dann durfte ich in den Kreissaal (Op-Hemd, Netzhöschen  :) und Einlauf). Mein Mann kam dann gegen 6°°h, da waren die Wehen kaum noch auszuhalten.
Bis 9.30h hatte sich der Mumu niht weiter verändert und wir entschieden uns für eine PDA.
Die Anästhesisten kamen und ein halber OP wurde aufgebaut. Zu allem Übel mußte ausgerechnet bei mir ein Arzt unter Anleitung üben. Einer der Sprüche war: Und wofür brauche ich das hier? Sagte der Anleiter: Keine Ahnung, dass benutze ich auch nie  :o. Als das überstanden war kam eine Ärztin mit dem Schmerzmittel und einem "Arztlehrling". Jetzt hatte ich die Hebamme, 2 Anästhesisten, den Op-Pfleger und die Ärztin mit ihrem Helferlein im Kreissaal.

1 1/2 Stunden später war der Mumu komplett auf, dass Shcmerzmittel ließ langsam nach und diesmal durfte der "Arztlehrling" üben das Medikament über den Katheter zu geben. Na super alle üben hier an mir herum!!

Jetzt wurde bemerkt, dass der Kopf schief im Becken liegt und ich sollte mich alle 5 min von einer auf die andere Seite legen. Das brachte auch nix und es wurde alles für einen KS vorbereitet. Na toll ich wollte eigentlich immer ohne PDA und amb. entbinden und jetzt ein KS? Jetzt sollte ich in den 4 Füßlerstand und Beckenkreisen. Dann habe ich unserer Tochter gedroht sie Horst zu taufen, wenn ich einen KS bekomme. Der CA wurde geholt um seinen Segen für den KS zu geben und siehe da unsere Mia hatte sich schön ins Becken gedreht. Da ich immer den CTG-Gurt verlor, bekam sie eine Sonde in die Kopfschwarte.

Es konnte also losgehen, leider war die Frau neben an schon etwas weiter und ich mußte erstmal alleine mit pressen anfangen.
Dann konnte es losgehen, aber der Kopf wollte einfach nicht durch meinen Beckenboden  - Geburtsstillstand-. Auch das noch...
Jetzt kam die Ärztin mit ihrem Helfer, eine Oberärztin, meine Hebamme und die Ablösehebamme. Der Kreissaal war wieder voll! Ich hörte nur noch jetzt nehmen wir die Glocke (das war mir inzwischen auch egal) und eine Hebamme band mir etwas um den Bauch. Von unten wurde nun gezogen und von oben geschoben, dann kam sie endllich nach nochmal 2-3 Presswehen. In den Wehen gingen die HErztöne ziemlich weit runter, schuld daran war die Nabelschnur war im Nacken um den Hals. Zum Glück wußte ich das vorher nicht.

14.03h ein schreiendes rosiges Baby lag nun auf meinem Bauch.

Die Ärzte wurden auf einmal ganz hektisch, mein MAnn ist mit dem Baby und der Hebamme raus. Das Blut spritzte...der Zugang war raus und alle gerieten etwas in Panik. Ich kam mir vor wie unbeteiligt und als Theaterzuschauer...
Dann kollabierte meine Gebärmutter und ich brauchte nochmal eine Infusion mit Wehenmittel. Aber dann war alles überstanden. Nun standen alle Ärzte zw. meinen Beinen und beguckten sich den enstandenen Schaden. Der Oberarzt muß her, er muß die Verletzung im Analbereich beurteilen.
Ich hatte inzwischen genug von den ganzen Komplikationen und meine Nerven waren am Ende. Der OA erzählte etwas von "Flurschäden" und als ich fragte, wann ich nach Hause dürfte habe ich mir erstmal einen Einlauf abgehohlt.

Das Nähen kam mir vor wie eine Ewigkeit (dafür wurde nochmal Schmerzmittel über den Katheter gegeben), aber irgendwann war auch das vorbei und ich durfte unsere Mia das erstemal anlegen. Das entschädigte mich für alles. Mein Kreislauf war am Ende und ich mußte mit Bett in mein Zimmer gebracht werden.

Unter der Geburt habe ich noch ein paar mal erbrochen, da weiß ich aber nicht mehr an welchen Stellen...
Vom Blasensprung bis zum Baby aufm Bauch habe ich 21 Stunden gebraucht und die Presswehen waren so schmerzhaft ( da die letzte Schmerzmedigabe schon 2 Stunden her war), dass ich nicht mehr weiß, wie ich das ausgehalten habe.
Heute würde ich sagen, dass ich das jederzeit wieder schaffen würde und trotz Dammverletzung 3.° konnte ich nach nicht ganz 5 Wochen auch schon das erstemal wieder reiten  :). Also alles halbsoschlimm   ;).

Ist jetzt doch etwas länger geworden und ich habe bestimmt noch entscheidende Details vergessen, aber im großen und ganzen war es so.

PS: Nicht das ihr euch wundert, dass mein Mann nicht weiter in dem Bericht vorkommt. Er war die ganze Zeit dabei und hat mir zur Seite gestanden, aber ich konnte kein Betüddeln oder Streicheln oder sowas ertragen. Er hat mir natürlich beim Pressen den Kopf gehalten und war sonst einfach nur für mich da.

lieben Gruß Jennie

Offline lotta

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Re: Mias Auszug...
« Antwort #1 am: 05. März 2009, 12:36:47 »
Liebe Jennie,

danke für den Bericht.  Besonders der Teil:
"Unter der Geburt habe ich noch ein paar mal erbrochen, da weiß ich aber nicht mehr an welchen Stellen...
Vom Blasensprung bis zum Baby aufm Bauch habe ich 21 Stunden gebraucht und die Presswehen waren so schmerzhaft ( da die letzte Schmerzmedigabe schon 2 Stunden her war), dass ich nicht mehr weiß, wie ich das ausgehalten habe.
Heute würde ich sagen, dass ich das jederzeit wieder schaffen würde."


... hat mich seltsamerweise irgendwie beruhigt....  ;)

Ich wünsche dir noch einen schöne Zeit mit deiner kleinen Tochter!

Offline Pushy

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Re: Mias Auszug...
« Antwort #2 am: 05. März 2009, 19:08:12 »
Meine liebe Zwillingsjennie  :D

Juhuuu, dein Geburtsbericht! So toll ihn zu lesen und an einigen Stellen musste ich schon echt mal schmunzeln  ;D

Allein schone HORST, könnte mich wech schmeißen  ;D ;D ;D

Schön dass du trotz allem wieder fit bist und sogar schon wieder reiten konntest!

Ganz ganz liebe Grüße

Deine Zwillingspushy  :-*

 

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