Autor Thema: Emilia - eine traumhafte Geburt  (Gelesen 3908 mal)

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Offline Lucky

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Emilia - eine traumhafte Geburt
« am: 26. August 2013, 13:02:54 »
So ihr Lieben,

hier jetzt auch mein Geburtsbericht!

ET war der 20. August und wir waren seit Wochen schon ziemlich ungeduldig, da es seit der 34. SSW hieß, sie käme eh früher (Mumu leicht offen, GMH verkürzt etc.) - aber war ja klar, dass ich am Ende sogar noch übertragen würde… ::)

An ET+3 wurde ich um ca. halb eins wach, weil es ein bisschen nass in meiner Hose war - ganz leicht nur. Und als ich nachsah, war es Blut. Hellrot und mit Flüssigkeit vermischt. Ich hatte zwar schon die Tage vorher etwas geblutet (laut Hebamme in der Klinik durch die letzte Mumu-Untersuchung), aber das hier war irgendwie anders. Also weckte ich meinen Mann und wir beschlossen in die Klinik zu fahren.
Beim Anziehen merkte ich ein erstes ganz leises Ziehen im Rücken und wusste sofort - ok, es geht los. Beim 3. Kind spürt man das einfach und wir können froh sein, dass wir schon so früh gefahren sind - hätte ich bis zu den starken Wehen gewartet, hätte es wohl eine Sturzgeburt im Auto gegeben  ;D
Ich bin also mit Babyphone runter zu meiner Mama, um ihr Bescheid zu sagen, dass wir "sicherheitshalber mal fahren" - keine Panik, nein - es geht bestimmt nicht los (wollte sie ja nicht unnötig beunruhigen)  s-pfeifen

Während der Fahrt merkte ich immer wieder ein leichtes Ziehen im Rücken. Um halb zwei in der Klinik angekommen begrüßte uns eine sehr nette junge Hebamme - sie war total locker und gut gelaunt. Erstmal hieß es CTG schreiben - nach einer Stunde war ich dann fertig und man sah deutliche Wehen in regelmäßigen Abständen (ca. 5 Minuten), die aber noch nicht schmerzhaft waren.
Mumu war bei 2 cm, sie wollte mich noch 2 Stunden spazieren schicken. Ich dachte mir schon, dass das sicher nix wird - mein Mumu ging bei den Geburten vorher schon immer sehr schnell auf und es ging alles recht flott..

Durch die Untersuchung oder woher auch immer fing es aber dann stärker an zu bluten. Wir zogen um ins Wehenzimmer und eine Ärztin untersuchte mich - sie war nicht sicher, woher die Blutung kam und ich sollte doch lieber nicht spazieren gehen - puh, Glück gehabt..Ich war zu dem Zeitpunkt irgendwie innerlich panisch, bin ein Angsthase und wusste genau, dass es bald losgeht, das Blut verunsicherte mich zusätzlich. Ich hatte Angst vor den Schmerzen (man erinnert sich plötzlich doch wieder an das tolle Gefühl  S:D) und so zitterte ich vor mich hin, während wieder CTG geschrieben wurde.
Ich wollte noch nach einem Einlauf fragen (musste dringend auf Toilette, aber es ging nicht - so würde ich niemals pressen können) - da gab es allerdings einen Notfall.

Alle rannten hektisch über den Flur und keiner war mehr da - ich also alleine mit meinem Mann am CTG, immer noch panisch und hoffte, die würden rechtzeitig wieder kommen  :o
Nach ca. 45 Minuten kam die Hebamme wieder - ob bei dem Not-Kaiserschnitt alles gut gegangen war, wusste man zu dem Zeitpunkt noch nicht - echt furchtbar.. :-[

Den Einlauf gäbe es erst so ab 4-5 cm meinte sie - "da bin ich schon lange vorbei", dachte ich nur bei mir. Versuchte noch einmal auf Toilette zu gehen, während wir in den Kreissaal umzogen, ging aber wieder nicht. Also zurück zum Kreissaal - hab die Wehen schon deutlich gespürt und musste immer mal wieder stehen bleiben.
Im Kreissaal schaute sie nochmal, Mumu bei 6-7 cm - Einlauf geht klar  ;) Ich solle das Kind doch auch bitte in ihrer Schicht bekommen - die ginge bis sechs und nach dem Notfall bräuchte sie jetzt einen positiven Abschluss  :D

Sie wartete eine Wehe ab und als sie fertig war, durfte ich endlich auf Toilette..Dort bekam ich die ersten heftigen Wehen, stöhnte schon vor Schmerzen und fluchte vor mich hin. Mein Mann fragte besorgt, ob alles klar sei "klar, alles bestens", HAHA..Ich kam irgendwie von der Toilette runter und schleppte mich zur Tür, die Wehen kamen so schnell hintereinander, dass ich kaum laufen konnte.
Wir sollten klingeln, wenn ich fertig sei - was ich meinem Mann dann auch SEHR bestimmt sagte. Schon auf dem Weg zum Bett merkte ich den Druck nach unten und hatte Panik, dass keiner da ist, wenn das Kind kommt.. :o

Mein Mann half mir gerade noch aufs Bett, zog mir irgendwie die Hose aus und da kam die erste fiese Wehe. Ich zerquetschte seine Hand und begann zu schreien..Die Hebamme kam fröhlich rein "na das sieht ja aus, als könnten sie gleich pressen" - ich schrie nur "neeein, ich will nicht - die passt da eh nicht durch, ich will nicht pressen" (sie war relativ groß geschätzt)...
Sie schaute schnell nochmal - 10 cm, es geht los.. zwischendurch rief sie noch die Ärztin aus dem OP - "die brauchen wir eigentlich gar nicht, aber ich sollte ihr immerhin Bescheid sagen"...

Die Presswehen waren so schmerzhaft, dass ich meinem Mann den Arm total zerkratzt habe - es waren insgesamt 6 Stück - dieses Gefühl ist einfach nur unbeschreiblich.  Man fühlt sich so hilflos dem Schmerz ausgeliefert, andererseits spürt man, wie das Baby langsam durch den Geburtskanal rutscht und weiss – jetzt ist Endspurt! Ich hatte bei der ersten Wehe noch Angst zu pressen, aber es hilft ja nix und je mehr ich mich anstrengen würde, desto schneller wäre es geschafft - hab also rein in den Schmerz gepresst, gespürt, dass es was bringt und unter Anfeuern von Hebi und meinem Mann alles gegeben.

Die Kleine war dann fast da und ich schrie nur, sie sollen sie rausholen - es fühlte sich an, als würde da unten einfach alles gleich platzen..Ich durfte dann ohne Wehe pressen, es machte erst Platsch (Fruchtblase?!) und dann spürte ich, wie sie aus mir rausrutschte..

Da lag sie und der erste Kommentar der Ärztin war nur "wow, ist die groß". Sie begann gleich zu schreien und mein Mann durfte sie abnabeln. Sie wurde mir auf den Bauch gelegt und es war das pure Glück - endlich waren wir komplett und hatten unsere 3. Tochter gesund im Arm. Während der Schwangerschaft kann ich mir nie vorstellen, dass da wirklich ein Baby in mir drin ist – so perfekt und wunderschön  - es ist jedes Mal ein Wunder, das erleben zu dürfen!  :D

Die Plazenta ließ noch etwas auf sich warten, kam dann aber nach 30 Minuten und etwas Gedrücke und pressen auch vollständig raus. Dann wurde ich genäht (hatte einen kleinen Dammriss), war aber  kaum zu spüren. Als der letzte Stich gemacht wurde, war ich einfach nur erleichtert, alles so ohne Komplikationen hinter uns zu haben. Wir kuschelten noch ein bisschen und ich konnte danach schon aufstehen und bin ins frische Bett für die Station umgezogen. Was für ein herrliches Gefühl!
Es war wirklich eine traumhafte Geburt und ich danke vor allem meinem Mann, dass er mich wie immer so toll unterstützt hat, indem er einfach da war, auf kleinste Signale von mir reagiert hat und mich am Ende so motiviert hat.

Emilia kam um 04:51 Uhr mit 54 cm und 4.270 g zur Welt - unser "kleines" großes Wunder!  :-*

Offline Pfeifchen

  • Kleinkind
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  • März 2014 - unser Engel <3
Antw:Emilia - eine traumhafte Geburt
« Antwort #1 am: 26. August 2013, 19:11:48 »
Oh, so schön... <3

Wünsche, mit einem Tränchen in den Augen, alles Gute :)

Pfeifchen

 

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