Autor Thema: Lukas schneller Auszug mit Hindernissen  (Gelesen 3260 mal)

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Offline Libelle

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Lukas schneller Auszug mit Hindernissen
« am: 16. Mai 2012, 21:10:22 »
Geburtsbericht Lukas Leander
12.05.2012, 3.260g, 51cm und 34cm Kopfumfang

Da der Große sich ja bereits bei 37+3 auf den Weg gemacht hat, habe ich natürlich auch bei Lukas mit einem früheren Auszug gerechnet. Aber es tat sich nicht.
Am 03.05.2012 verlor ich den Schleimpfropf und dachte auch jetzt dauert es nicht mehr lange. Aber auch jetzt tat sich nichts.
Ab und an hatte ich mal einen harten Bauch und ganz selten mal so ein Mensziehen, das war alles.
Ich war oft mit dem Großen spazieren, aber auch das regte nichts an.
Irgendwann dachte ich, gut dann kugel ich eben weiter. Vermutlich noch über ET.
Am Freitag den 11.05.2012 habe ich mich dann im Garten betätigt und Unkraut gerupft, ob das der Auslöser war…
In der Nacht wurde ich um halb 2 wach weil der Große rief. Also ihn rüber geholt und ich war schon fast wieder am einschlafen, als es nass wurde zwischen meinen Beinen. Ich war direkt wieder hellwach und dachte nur „nein, nicht schon wieder“. Da war es 2:10 Uhr.
Es lief und lief und lief. Ein großes Handtuch hatte ich schon vorsichtshalber mal im Bett liegen. Dann rief ich meinen Mann an. *grins* Hört sich witzig an, aber er schläft unten und wir haben jeder jeweils ein Telefon mitgenommen die letzten 2 Wochen. Er war auch sofort wach und oben und brachte neue  Handtücher und machte sich schon mal fertig.

Ich rief dann meine Mutter an, die den Großen in der Zeit betreuen würde. Der war zwischen zeitlich auch wach und ich erzählte ihm, was los war. In der ganzen Zeit lag ich im Bett und es lief schwallweise weiter. Glaube 6 Handtücher waren mindestens klitschklatsch nass.

Naja Männe rief dann schon mal im Kreissaal an und auch den KW. Denn mir war ein Liegendtransport dann doch lieber. Der KW war dann sogar noch vor meiner Mutter da, ich wurde auf eine Trage gerollt und dann ging es los. Treppen runter, rein in den KW und ab ins KH.
Die Männer haben im KW dann noch nach Wehen gefragt (naja Wehen waren das noch keine, aber es war schon was im Gange) und wir haben noch Formalitäten erledigt.
Männe hat noch alles mit meiner Mutter geklärt und kam dann mit dem Auto nach.

Im KH angekommen wurde ich von der Nachtschwester empfangen und in den Kreissaal gebracht. Die Hebamme war noch nicht da, es war noch alles dunkel. So konnte ich mir dann auch einen Kreissaal aussuchen. Die Hebamme war dann auch wenige Minuten später da.
Da war es ungefähr 3 Uhr. Sie hat dann erstmal nach dem Befund geschaut. MuMu 3-4cm auf, GMH nur noch ein Saum und Kopf so das ich aufstehen könnte. Puhh das war schon eine Erleichterung. Ich habe mich schon zig Stunden liegen sehen, bis die Wehen stark genug wären. Denn derWehentropf, damit er schneller ins Becken rutscht, kam def. nicht in Frage diesmal.
Dann wurde CTG geschrieben und da waren auch schon schöne Wehen drauf, die ich teils auch gut gemerkt habe.
Nach dem  CTG durfte ich aufstehen und wir haben noch ein wenig geredet, wie ich mir die Geburt vorstelle und was ich wollte. Ich nur „Rumlaufen, sonst nichts“.
Also hat die Hebi uns alleine gelassen und wir sind wir dann im Kreissaal rumgetigert und die Wehen waren schon recht häufig, so alle 3-4 Minuten aber unterschiedlich stark und unregelmäßig.
Das hat sich aber schnell geändert und die Wehen kamen alle 2-3 Minuten und waren teils auch schon kräftig. Ich konnte aber echt super veratmen und fand das alles noch nicht schlimm. Kam eine Wehe habe ich mich über das Kreissaalbett gehängt und Männe hat mit dem Igelball massiert. So ging das super.
Ich habe einmal versucht mich hinzulegen, aber wie erwartet überrannten mich die Wehen dann förmlich.
Gegen 5 Uhr kam die Hebi nochmal (sie hat aber dazwischen natürlich auch mal geschaut, wie es uns geht) und meinte sie würde dann gerne mal schauen, ob sich was getan hat, es wären immerhin schon 2 Stunden um und die Wehen ja schon sehr stark. Also rauf auf´s Bett und nachgeschaut. MuMu bei 5cm, es ging also voran.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2012, 21:13:34 von Libelle »

Offline Libelle

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Antw:Lukas schneller Auszug mit Hindernissen
« Antwort #1 am: 16. Mai 2012, 21:10:50 »
Zu dem Zeitpunkt dachte ich aber noch boah erst 1cm weiter und die Wehen schon so stark, das kann ja noch ewig dauern. Männe und ich haben dann noch gewitzelt und Zeiteinschätzungen abgegeben.
Wie gesagt die Wehen waren stark aber ich konnte super mitmachen und war noch guter Laune.
Hebi frage dann, ob sie die Wanne mal vorbereiten soll, da ich doch gerne rein wollte. Das war eine tolle Idee und so ging es kurz darauf in die Wanne.
Wir haben dann noch eine ganze Weile mit der Hebi geredet auch über die erste Geburt und das ich diesmal eben gerne ohne alles und natürlich entbinden wollte. Was bei M. alles schief gelaufen war in meinen Augen. Sie fand das super toll, das gäbe es kaum noch und sie hat uns auch echt machen lassen wie wir es wollten und es uns gut tat.
In der Wanne ließen die Wehen dann erstmal wieder nach, was aber laut Hebi normal wäre. Sie lief uns dann nochmal alleine und meinte dass sie dann um 6 Uhr nochmal CTG schreiben würde.
Nach kurzer Zeit in der Wanne wurden die Wehen auch wieder stärker und so langsam auch echt unangenehm. Richtig heftig, alle 1-2 Minuten, dafür aber sehr kurz. Ich musste schon dolle mittönen und mich auf´s atmen konzentrieren. Hebi kam dann auch wieder und meinte das wäre der letzte Teil der Eröffnunsphase und sie schätze den MuMu auf 7-8cm. Da habe ich nur gestaunt und war etwas perplex. Das ging alles so schnell.
Sie hat dann noch gefragt ob wir CTG in der Wanne schreiben wollen oder ob ich raus will. Da wollte ich noch drin bleiben. Die Wehen haben dem Zwerg gar nichts ausgemacht. Die Herztöne waren super und er war topfit.
10 Minuten später ging bei mir aber der Kreislauf so dermaßen in den Keller von dem warmen Bad und der warmen Luft, dass ich sofort raus wollte und das dann auch kaum noch geschafft habe. Ich muss wohl auch kalkbleich geworden sein, denn die Hebi hat sich arg beeilt und ist dann auch gleich einen Rollstuhl holen gegangen.
Mir war echt richtig übel, dachte ich kippe gleich um und hatte zudem ja jede Minute richtig heftige Wehen. Das war übel.
Wieder im kühlen Kreissaal angekommen, wurde es etwas besser und sie hat mir dann auch was für den Kreislauf gegeben. Dazu die Wehen im sitzen, das war schon nicht mehr schön. Da dachte ich nur, ich mag nicht mehr, das halte ich nicht mehr aus.
Hebi hatte schon mal den Gebärhocker vorbereitet, weil klar war, dass ich nicht auf dem Bett liegen wollte. Also dort hin gewechselt und dann hatte ich auch schon so ein komisches Gefühl. Nicht das es jetzt ein richtiger Pressdrang war, ich kann es nicht beschreiben.
Hebi hat nochmal geschaut und MuMu war auch vollständig geöffnet. Wahrscheinlich schon länger, aber ich hatte nicht das Gefühl da jetzt pressen zu müssen.
Die ersten Versuche waren dann auch echt schwierig. Ich fand die Wehen so Hammer, dass ich gar nicht mitschieben konnte. Musste mich echt zwingen. Wobei die Hebi noch sagte, dass er auch so tiefer rutscht, ich müsste nicht zwingend pressen.
Mein Kreislauf war ja auch noch nicht wirklich wieder gut.
Der Zwerg rutsche aber schön runter und ich konnte dann auch pressen. Habe dann auch noch einmal die Position gewechselt und mich vor meinen Mann gekniet. Nach einigen Presswehen war der Kopf da und die Hebi sagte nur, dass ich jetzt nicht pressen dürfe, sie müsse ihn erst abnabeln . Ich war während der Zeit eh nicht ganz da und auch recht laut unterwegs und habe gejammert er soll da jetzt raus. Ich habe gar nicht richtig realisiert, was da passiert.
Jedenfalls war dann nach einer weiteren Presswehe die Schulter da und der Rest flutschte raus. Ich war immer noch irgendwie abwesend und die Hebi meinte dann, schau mal wer da ist.
Da ist quasi alles abgefallen, ich habe Lukas geschnappt und an mich gedrückt und begrüßt. Das war leider nur von kurzer Dauer. Wenige Sekunden später war die Hebi weg mit ihm.
Mein Mann und ich wußten gar nicht was los war und knieten/ saßen da wie die „Doofen“.
Ich habe dann zu meinem Mann gesagt, er soll mal schauen gehen, was überhaupt los ist. Das einzige was er gesehen hat war, dass Lukas ganz blau war.
Er ist dann rübergegangen und Lukas lag im Wärmebett und wurde beatmet. Die ganze Zeit piepste die Überwachung. Eine „vermutlich KiÄ“ hat nach ihm geschaut und die Hebi konnte endlich wieder nach mir schauen und hat dann auch endlich gesagt was los war.
Die Nabelschnur lag um seinen Hals und die war viel zu kurz. Daher musste er auch noch unter der Geburt abgenabelt werden. Er hat sich quasi fast stranguliert.
Ich bin dann auf das Bett gewechselt und die Nachgeburt kam. Ich war auch nicht gerissen und es musste nichts genäht werden.
Und nach kurzer Zeit kam dann auch endlich Lukas wieder und wurde mir auf die Brust gelegt. Endlich waren wir komplett und konnten uns beschnuppern und bestaunen.
Er wollte auch sofort stillen und es hat geklappt wie wenn wir nie etwas anderes gemacht hätten.
1Tag später sind wir dann auch nach Hause und genießen seit dem zu viert unser Glück.

Offline Rexi73

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Antw:Lukas schneller Auszug mit Hindernissen
« Antwort #2 am: 16. Mai 2012, 22:00:37 »
Libelle, oh das klingt ja schön, bis auf den kurzen Schreck. Zum Glück hat die Hebi schnell reagiert.

Bussi Rexi

Miakoda7

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Antw:Lukas schneller Auszug mit Hindernissen
« Antwort #3 am: 16. Mai 2012, 23:24:30 »
Super schöner bericht, Libelle!
Und der schreck war auch zum glück nur kurz!!!

aber du machst mir unglaublich mut! meine erste geburt war absolut nicht schön und habe eigentlich ein bisschen angst davor ein zweites zu bekommen, aber wenn ich das lese macht es mir mut!

danke!!!

Offline Kräuterhexe

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Antw:Lukas schneller Auszug mit Hindernissen
« Antwort #4 am: 23. Mai 2012, 11:43:27 »
Liebe Libelle,

als ich deinen Bericht gelesen habe, musste ich schmunzeln. Warum? Lies dann mal meinen, dann weißt du warum.  ;)

Ein wirklich schöner Bericht! Und ein ganz großes Lob an dich, dass du trotz Negativerfahrung die Geburt von Lukas so toll gemeistert hast.

 :-*

 

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