Zuerst wollte er gar nicht und dann ging es plötzlich ganz schnell!!

Begonnen von Jomi, 14. Januar 2012, 13:58:54

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Jomi

Bis zum ET am 02.12. hatte sich bei mir noch nichts getan. Befund war mit Muttermund geschlossen, Gebärmutterhals steht und Köpfchen am Beckeneingang noch absolut unreif. Von Wehen keine Spur. Also hieß es ab sofort alle 2 Tage CTG. Das nächste wäre dann also am Sonntag fällig, das konnte ich zum Glück bei meiner Hebamme machen, so musste ich nicht extra ins KH. Hier zeigte sich dann sogar mal eine kleine Wehe auf dem CTG, aber das war es dann auch schon.
Am Dienstag also wieder Termin bei der FÄ. CTG war wie immer gut aber ohne Wehen. Meine FÄ hat dann nochmal US gemacht und kam bei der Gewichtsmessung auf ca. 4.500 g. Ansonsten war aber alles in Ordnung, Fruchtwasser noch genug und die Versorgung auch noch gut.
Leider hatte sich am Befund bei der vaginalen Untersuchung aber überhaupt nichts geändert seit Freitag. Noch nicht mal das Köpfchen war fest im Becken.
Da sich also gar nichts tun wollte, der Kleine außerdem so groß war, riet mir meine FÄ, bereits am nächsten Tag einleiten zu lassen. Da ich ohnehin keine Lust mehr auf schwanger sein hatte, war ich einverstanden. Sie rief dann gleich im KH an und machte die Einleitung für den nächsten Tag klar.
Jetzt war ich doch etwas aufgeregt, am nächsten Tag sollte es endlich losgehen.
Pünktlich um halb acht meldeten wir uns am nächsten Tag im Kreißsaal, dort wurde ich erstmal ans CTG gehängt, mein Mann sollte mich anmelden gehen. In der Zwischenzeit kam dann auch der Oberarzt vorbei, um mich über die Risiken bei der Geburt aufzuklären. Erstes Risiko das große Kind, zweites der Zustand nach Kaiserschnitt. Er meinte, seiner Frau würde er bei einem solchen Befund zum Kaiserschnitt raten. Er ließ mir dann aber noch Zeit zum überlegen und beraten mit meinem Mann. Es wurde dann auch nochmal US gemacht, hier wurde das Gewicht auf ca. 3.700 g geschätzt. Naja, jetzt war ich auch nicht schlauer.
Mit meinem Mann entschied ich dann, dass wir eine Einleitung versuchen. Um zehn Uhr wurde dann das erste Gel gelegt und ich musste  1,5 h am CTG liegen bleiben. Gegen Ende hab ich leichte Wehen bekommen, die ich teilweise auch veratmen musste, aber wirklich schlimm waren sie noch nicht.
Nach den 1,5 Stunden sind wir dann auf die Station, leider war das Zimmer noch nicht frei, so dass wir erstmal ne Runde spazieren gelaufen sind. Dabei hatte ich dann weiterhin ca. alle 10-15 Minuten leichte Wehen.
Als das Zimmer dann fertig war, ist mein Mann nach Hause, um unsere Große zu versorgen, ich musste dann wieder zum Kontroll-CTG. Die leichten Wehen waren darauf kaum zu sehen.
Um 15 Uhr sollte ich dann wiederkommen um das zweite Gel gelegt zu bekommen, anschließend wieder 1,5 Stunden CTG. Am Muttermund hatte sich bislang leider noch nichts getan. Ich konnte nun fast nicht mehr liegen, mir tat alles weh und die Wehen wurden auch etwas stärker. Allerdings hat man auf dem CTG weiterhin nichts davon gesehen. Leider waren die Herztöne nun recht hoch, so dass ich noch länger als die 1,5 Stunden liegen bleiben musste. Es wurde dann sogar mein Bett von der Station in den KS-Bereich gebracht, damit sie mich dauerhaft kontrollieren können. Nach einigen Beratungen kamen die Ärzte und die Hebamme dann aber schließlich zu dem Schluss, dass der Kleine schlicht und einfach ein bisschen Action in meinem Bauch macht (das hätte ich ihnen auch sagen können, wenn sie mich gefragt hätten) und daher die Herztöne so hoch waren. Ich durfte dann also doch wieder auf Station gehen.
Mein Mann kam dann auch wieder zurück und wir haben gemeinsam zu Abend gegessen und sind um 18 Uhr wieder zum Kontroll-CTG. Darauf war von den Wehen (ca. alle 5 Minuten, durchaus schmerzhaft) weiterhin nichts zu sehen. Auch der Muttermund war leider weiterhin geschlossen. Die Hebamme meinte nur, das sind halt nur leichte Wehen, die nichts bringen. Ich dachte nur, super, dann will ich keine starken Wehen haben, denn ich musste doch schon ordentlich veratmen.
Mein Mann ist dann wieder nach Hause, wir gingen davon aus, dass sich über Nacht nicht viel tun würde und falls doch, kann ich ihn ja anrufen.
Um 21 Uhr musste ich nochmal zum CTG, Muttermund war weiterhin nur fingerdurchlässig, aber immerhin war der Gebärmutterhals nun verstrichen, das Köpfchen fest im Becken. Die Hebamme war gar nicht so unzufrieden. Trotzdem dachten wir nicht, dass sich vor dem nächsten Einleitungsversuch groß was tun würde. Sie riet mir, versuchen zu schlafen um Kraft für den nächsten Tag zu tanken.
Naja, wie das mit Wehen alle 5 Minuten gehen sollte, wusste ich nicht, aber ich wollte es probieren.
Es ging nicht. Wenn ich mal am eindusseln war, dann kam die nächste Wehe, die ich veratmen musste und ich war wieder wach. Gegen zwölf fragte ich nach einem Schmerzmittel und bekam nach Rücksprache mit dem Kreißsaal ein Zäpfchen. Naja, das half nicht wirklich, im Gegenteil, die Wehen wurden nun langsam etwas schmerzhafter, hatte auch einen leichten Druck nach unten, aber nach wie vor alle 5 Minuten. Ich dachte, die bewirken jetzt vielleicht wenigstens mal was.
So um ca. 2 Uhr gab ich es auf, schlafen zu wollen, spazierte im Zimmer auf und ab, musste ständig auf Toilette. Die Wehen waren nun schon recht heftig, nur die Abstände wurden nicht kürzer. Ich beschloss dann, zum Kreißsaal zu gehen und nachgucken zu lassen, vorher nochmal kurz auf Toilette, da war der Schleimpfropf abgegangen.
Hab mich dann also auf den Weg zum Kreißsaal gemacht, unterwegs noch der Schwester Bescheid gegeben. Auf dem Weg musste ich zwei Wehen veratmen, irgendwie kamen sie plötzlich doch schneller.
Im Kreißsaalbereich angekommen, wollte die Hebamme erstmal nachgucken. Dazu sollte ich auf das Bett im Aufnahmezimmer. Ich also dort hingelegen, Beine aufgestellt. Sie hat nur einen kurzen Blick hingeworfen und sagte gleich zu mir, ich solle wieder aufstehen, wir gehen sofort in den Kreißsaal. Ich könnte meinen Mann noch anrufen, aber der würde es wohl nicht mehr schaffen.
Sie hat dann im Kreißsaal ziemlich zügig ihre Sachen bereit gelegt, ich hab meinen Mann angerufen. Die Hebamme hat mir allerdings verboten zu sagen, dass er sich beeilen soll, sie hatte Angst er rast dann zu sehr.
Dann kam die erste Presswehe, ich konnte nur schreien. Nach der Wehe hat sie mir gesagt, ich solle lieber fest schieben und meine Kraft nicht durchs schreien vergeuden. Nach der nächsten Presswehe meinte die Ärztin (eigentlich hätte ich Chef- bzw. Oberarztbehandlung, aber der war noch nicht da), sie müsse schneiden, da das Kind sehr groß ist. War mir in dem Moment relativ egal.
Mit der nächsten Presswehe ist er dann rausgeflutscht und ich bekam ihn direkt auf den Bauch gelegt. Das war so ein tolles Gefühl, das ich ja bei der Großen wegen des Kaiserschnitts nicht erleben durfte.
Während ich also schon am kuscheln war, kamen dann irgendwann der Oberarzt und auch mein Mann eingetrudelt. Der Kleine wurde dann gewogen und angezogen und mein Mann durfte mit ihm kuscheln, während ich genäht wurde. Die Hebamme erzählte mir dann, dass ich um kurz vor halb vier am Kreißsaal geklingelt hatte, Geburtszeit war 3:41!!
Und hier noch die stolzen Maße: Jonathan, 4.270 g, 55 cm, 37 cm Kopfumfang.
Die Hebamme gab mir noch den Rat, beim 3. Kind rechtzeitig loszufahren.
Mirja 6.11.09, Jonathan 8.12.11 und Jakob 17.01.2015, unsere größten Schätze <3<3<3

*12/2013, für immer in unserem Herzen