Autor Thema: Ben und Silas – turbulente Monate mit Happy End  (Gelesen 3168 mal)

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Offline dieLena

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Ben und Silas – turbulente Monate mit Happy End
« am: 05. April 2013, 00:26:31 »

Nun ist es schon über 2 Jahre her und ich habe mich noch immer nicht getraut endlich einen Geburtsbericht zu schreiben. Ich wollte das alles nur vergessen... Wohl eher verdrängen, aber da sich nun unser 4. Kind angekündigt hat, bleibt mir wohl nichts Anderes übrig, als mich doch noch mal mit dem Thema Geburt auseinanderzusetzen.

Meine Schwangerschaft verlief so problemlos und perfekt, wie ich sie mir in meinen schönsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Überhaupt lief alles perfekt, mein Mann Leander machte mir damals einen Heiratsantrag, ich konnte endlich seinen – unseren – Sohn adoptieren, wir waren eine Familie. Am 28.10.2010, ich war bei 13+3, haben wir standesamtlich geheiratet und flogen noch am selben Tag nach Amerika zu Leanders Familie. Hätten wir gewusst, dass aus unserer Heimreise für viele Monate nichts werden sollte, wären wir wohl nie in diesen Flieger gestiegen. Die ersten Tage waren super, aber nach einer Woche bekam ich plötzlich heftige Blutungen und wir fuhren sofort in die Klinik. Da lag ich also und alles sah richtig, richtig mies aus. Die Ärzte machten uns wenig Hoffnung. Ein Gefäß an der Plazenta verursachte die starke Blutung und von dem Moment an musste ich strikte Bettruhe im Krankenhaus halten. Immer wieder gesellten sie Frühwehen dazu, die aber medikamentös behandelt wurden. Wir wollten natürlich wissen, wann wir wieder nach Deutschland könnten, David musste ja zur Schule und Leanders Firma war ohne ihn auch nichts... Wir hatten 3 Möglichkeiten – Ich bleibe allein in Amerika bis alles stabil ist und komme dann nach. Wurde von meinen Männern einstimmig abgelehnt. – Wir handeln gegen ärztlichen Rat und fliegen nach Hause – einstimmig von uns allen abgelehnt. Also blieb uns nur noch die Möglichkeit in Los Angeles zu bleiben bis alles richtig gut aussieht, oder bis die Jungs auf der Welt sind. In Windeseile konnten wir David als Gastschüler an der Internationalen Schule unterkriegen, Leander flog alle 10 Tage hin und her um seine Firma am Laufen zu halten. Und ich lag weiter in der Klinik, hatte immer mal wieder Blutungen, die Wehen waren nur noch schlecht einzudämmen und mein Muttermund fing an sich zu öffnen. Die Wochen vergingen, es war ein einziges Bangen und Sorgen. Weihnachten in der Klinik, Silvester in der Klinik und die Hoffnung doch endlich die 28. Ssw zu erreichen, damit die Jungs wenigstens eine Chance haben würden. Die 28. Woche hatten wir dann vollendet, auch die 29. Aber dann war es nur noch Horror. Die Wehen kamen und gingen wie sie wollten, immer wieder Blutungen, der Zustand der Jungs schien sich immer weiter zu verschlechtern. Am 23. Februar bemerkte ich gegen 10:00, dass mir etwas Warmes aus dem Körper floss. Ich dachte natürlich die Fruchtblase sei geplatzt – aber es war Blut. Schwallartig. Die Plazenta hatte sich gelöst und ich wurde sofort in den OP geschoben. Als ich aus der Narkose erwachte fühlte ich mich so unglaublich leer... Leander saß an meinem Bett, zeigte mir Fotos von unseren Söhnen. Es ging ihnen nicht wirklich gut, vor allem Silas hatte große Schwierigkeiten und musste beatmet werden. Bei Ben reichte eine Unterstützung. Ich wollte sie unbedingt sehen und durfte am Abend mit dem Rollstuhl auf die Intensiv und meine kleinen, verkabelten Söhne begrüßen. Ich war völlig schockiert von den ganzen Eindrücken.

Es stellte sich dann heraus, dass einige Plazentagefäße falsch angelegt waren, eine Laune der Natur und für uns einfach nur unglaublich großes Glück es gesund überstanden zu haben. Mein Körper wollte die Schwangerschaft ab der 14. Woche abstoßen, aber meine kleinen Helden haben sich einfach richtig durchgebissen.

Es folgten noch viele Wochen Krankenhaus, da die Jungs immer einen Schritt nach vorn und drei zurück machten. Es gab viele kritische Phasen, aber sie haben alles gut gemeistert. Wir durften sie erst am 10. Mai mit nach „Hause“ nehmen und konnten dann gute zwei Wochen später mit zwei kerngesunden, lachenden Amis den lang ersehnten Heimflug antreten.

Ben 23.02.2011 bei 30+2  10:11  1420 Gramm 40 cm

Silas 23.02.2011 bei 30+2 10:12  1280 Gramm 39,5 cm







Offline Krümel1812

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Antw:Ben und Silas – turbulente Monate mit Happy End
« Antwort #1 am: 10. April 2013, 14:43:38 »
Was für eine Geschichte! Ich bin total sprachlos und auch sehr gerührt. Hast du wirklich vier Monate in einem "fremden" Land im Krankenhaus gelegen?

Hut ab! wie ihr das alles gemeistert habt. Und herzlichen Glückwunsch zu zwei so tollen Kämpfern  s-hug

Offline Knoedelchen

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Antw:Ben und Silas – turbulente Monate mit Happy End
« Antwort #2 am: 02. Mai 2013, 15:20:07 »
Ihr habt ja einen echten "Albtraum" erlebt, weiß gar nicht so recht was ich dazu sagen soll. Ich glaube man kann sich nicht mal Ansatzweise vorstellen wie diese Zeit für dich war.
Du hast meinen absoluten Respekt! Und ich hoffe ganz doll für euch das diese Schwangerschaft absolut Komplikationslos, Wunderschön und mit einer Traum Geburt gekrönt wird.  s-daumendruck Ihr habt es verdient  :-*

Alles Gute  :)

 

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